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	<title>Magazin 100visions &#187; Michael Heiss » Siemens AG</title>
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		<title>Michael Heiss: &#8220;Zeit muss man verwenden, etwas Gutes zu tun!&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Sep 2008 21:11:30 +0000</pubDate>
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Michael Heiss f&#252;llt bei der Siemens AG die Position des &#8220;Vice President for Knowledge, Innovation and Technology&#8221; f&#252;r Siemens IT Solutions and Services aus. Im Interview mit 100visions.de-Redakteurin Tina Neundorf sprach er nicht nur &#252;ber seine Arbeit, sondern auch &#252;ber die Bedeutung von Zeit und Heimat in einer mobiler werdenen Gesellschaft &#8211; und von den [...]<p>a</p>
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<p><strong><font color="#ffffff">.</font><br />
</strong><strong>Michael Heiss</strong> f&#252;llt bei der <a href="http://www.siemens.de" target="_blank">Siemens AG</a> die Position des &#8220;Vice President for Knowledge, Innovation and Technology&#8221; f&#252;r Siemens IT Solutions and Services aus. Im Interview mit 100visions.de-Redakteurin <a href="mailto:tina.neundorf@jamandchips.de" target="_blank">Tina Neundorf</a> sprach er nicht nur &#252;ber seine Arbeit, sondern auch &#252;ber die Bedeutung von Zeit und Heimat in einer mobiler werdenen Gesellschaft &#8211; und von den Legosteinen, aus denen ein Unternehmen besteht.<span id="more-45"></span></p>
<p><em>Guten Tag, Herr Dr. Heiss! Haben Sie eigentlich Zeit f&#252;r ein ausf&#252;hrliches Interview?</em> Oh, w&#228;re es sch&#246;n, wieder einmal f&#252;r etwas Zeit zu haben. &#8220;Sich Zeit f&#252;r etwas nehmen&#8221; erlebe ich inzwischen als einen viel bewussteren Vorgang als fr&#252;her und empfinde es als Freude und Luxus, sich f&#252;r etwas Zeit zu nehmen, das nicht unbedingt erforderlich ist.</p>
<p><em>Welche Bedeutung hat Zeit f&#252;r Sie und was w&#228;re dann Ihrer Meinung nach Verschwendung von Zeit?</em> Zeit ist eine kostbare Ressource. Zeit muss man verwenden, etwas Gutes zu tun, f&#252;r die Familie, die Gesellschaft, das Unternehmen, aber auch f&#252;r sich selbst. Zeit ist von Natur aus begrenzt. Daraus folgt, dass Verschwendung von Zeit etwas w&#228;re, das weder Nutzen noch Freude bringt.</p>
<p><em>Was meinen Sie, muss der Job zum Lebensinhalt werden, um erfolgreich zu sein?</em> Nein, er m&#252;sste nicht zum Lebensinhalt werden. Aber die Tendenz dazu steigt von Tag zu Tag. Es ist eine sehr kostbare F&#228;higkeit eines Menschens, sich die Work-Life-Balance zu erhalten. Das sch&#246;ne ist, dass heute mehr Bewusstsein f&#252;r Work-Life-Balance besteht und Unternehmen, wie auch Siemens eigene Programme daf&#252;r entwickeln.</p>
<p><em>Sind die Menschen aus ihrer Sicht daf&#252;r geschaffen zuk&#252;nftig wie moderne Nomaden zu leben, st&#228;ndig mobil sein zu m&#252;ssen?</em> Die Menschen, die ich kenne, sind es nicht. Moderne Technologien, insbesondere in der IT, erleichtern zwar die Mobilit&#228;t, aber deswegen glaube ich noch nicht, dass der heutige Mensch an sich daf&#252;r geschaffen ist, keine feste Heimat zu haben. Vieles tut sich daher auch in der Informationstechnologie, um die geographisch verteilte Zusammenarbeit zu unterst&#252;tzen. Also unterst&#252;tzt IT auch „Globalisierung ohne Mobilit&#228;t“. Ich habe beispielsweise bei uns im Unternehmen soeben ein Forschungsprojekt gestartet, das untersucht, wie man heutige und zuk&#252;nftige Informationstechnologie zur Projektkommunikation in geographisch verteilten Entwicklungsprojekten einsetzt, um teure Missverst&#228;ndnisse erst gar nicht aufkommen zu lassen und um bei komplexeren Entscheidungen nicht unn&#246;tig Zeit durch suboptimale Abstimmprozesse zu verschwenden.</p>
<p><em>Erz&#228;hlen Sie mir etwas &#252;ber unl&#246;sbare Konflikte, die Sie in Ihrem Job schon erlebt haben.</em> Spontan w&#252;rde ich sagen, dass Konflikte immer l&#246;sbar sind, wenn alle Seiten sich bem&#252;hen, im Sinne des Gesamtsystems zu agieren. Eine meiner spannendsten Aufgaben ist derzeit, eine Post Merger Integration dadurch zu unterst&#252;tzen, dass ich auf Expertenebene eine Wissensvernetzung einf&#252;hre. Experten sind typischerweise unpolitisch und sind schnell bereit, mit anderen Experten ihres Fachgebietes zusammenzuarbeiten. Dadurch entstehen neue menschliche Verbindungen &#252;ber die unterschiedlichen Firmenkulturen hinweg, die einen Vertrauensaufbau &#252;ber die Grenzen hinaus bewirken. Das Vertrauen ist dann die Basis f&#252;r eine reibungslose gesch&#228;ftliche Zusammenarbeit und vermeidet Konflikte schon von Beginn an. Auch diese Prozesse werden durch Informationstechnologie gut unterst&#252;tzt, wenn sie richtig eingesetzt wird.</p>
<p><em>Wie stehen Sie dann allgemein zu Moral im Gesch&#228;ftsleben. Ist sie eine Voraussetzung oder eher ein Hemmschuh &#8211; f&#252;r ein gutes Gesch&#228;ft?</em> F&#252;r mich ganz eindeutig eine Voraussetzung. Ich habe in meinem Berufsleben immer wieder erlebt, was f&#252;r eine unglaubliche Kraft ein &#252;ber eine gute Zusammenarbeit aufgebautes Vertrauen ausstrahlt. Es wird alles so viel einfacher. Dadurch kann man in weniger Zeit mehr Gutes machen &#8211; also ein Zeitgewinn.</p>
<p><em>Wenn Sie in zehn Jahren zur&#252;ckblicken werden &#8211; worauf sollte Ihre Branche dann besonders stolz sein?</em> IT wird eine der Schl&#252;sselbranchen f&#252;r Nachhaltigkeit sein. Wir nennen das &#8220;IT for Sustainability&#8221;: angefangen von stromverbrauchsoptimierten Rechenzentren und Desktops &#252;ber virtuelle Kraftwerke, die eine bessere Einbindung von nachhaltigen Energiequellen erm&#246;glichen, Telematik f&#252;r weniger CO2-Aussto&#223; im Verkehr, geringere Strahlenbelastung in der Medizintechnik, bis zur Telemedizin, um auch in weniger gut versorgten Gebieten erstklassige medizinische Versorgung anbieten zu k&#246;nnen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Dar&#252;ber hinaus ist die IT-Branche gefordert, immer mehr branchenspezifische L&#246;sungen anzubieten, die zur Unterst&#252;tzung der Gesch&#228;ftsprozesse der jeweiligen Branche optimiert sind. Gleichzeitig wird die Interoperabilit&#228;t zwischen verschiedenen Anwendungen und deren Usability vereinfacht werden.</p>
<p><em>Ein sicherer Trend der Zukunft ist auch das steigende Durchschnittsalter. Was denken Sie, welche Folgen dies im speziellen f&#252;r Ihre Branche haben wird?</em> Gesch&#228;ftlich folgt daraus ein steigender IT-Bedarf im Health Care Bereich und f&#252;r die Urbanisierung. In der Arbeitswelt wird die Folge sein, dass die L&#246;hne &#252;ber das Alter nicht immer nur steigen werden.</p>
<p>Teil II des Interviews folgt&#8230;</p>
<p>a</p>
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