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	<title>Magazin 100visions &#187; Eberhard Lampeter » VITA 34</title>
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		<title>Eberhard Lampeter: &#8220;Der Einsatz von Stammzellen wird in der Regenerativen Medizin zunehmen&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Sep 2008 15:21:04 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Eberhard Lampeter » VITA 34]]></category>

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Stammzellforschung ist ein Thema, das immer wieder hei&#223; in den Medien diskutiert wird. Auch der Terminus Nabelschnurblut taucht in diesem Zusammenhang auf. Dr. med. Eberhard Lampeter ist Vorstandschef von VITA 34 – einer privaten AG, die sich zum Marktf&#252;hrer im Bereich der Nabelschnurblut-Einlagerung entwickelt hat. Im Interview mit der 100visions.de-Redakteurin Antje Bauer erz&#228;hlt er von [...]]]></description>
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<p><img src="http://www.100visions.de/wp-content/uploads/2008/09/lampeter-sw-450.jpg" alt="lampeter-sw-450.jpg" /></p>
<p>Stammzellforschung ist ein Thema, das immer wieder hei&#223; in den Medien diskutiert wird. Auch der Terminus Nabelschnurblut taucht in diesem Zusammenhang auf. <strong>Dr. med. Eberhard Lampeter</strong> ist Vorstandschef von VITA 34 – einer privaten AG, die sich zum Marktf&#252;hrer im Bereich der Nabelschnurblut-Einlagerung entwickelt hat. Im Interview mit der 100visions.de-Redakteurin Antje Bauer erz&#228;hlt er von seinem pers&#246;nlichen Optimismus, den Chancen, die bietet und den H&#252;rden des Gesundheitssystems. <span id="more-55"></span></p>
<p><em>Herr Dr. Lampeter, Sie haben vor gut elf Jahren mit befreundeten &#196;rztekollegen die Nabelschnurblutbank VITA 34 ins Leben gerufen. Was waren denn Ihre pers&#246;nlichen Beweggr&#252;nde, diesen nicht unumstrittenen Schritt zu gehen?</em> Die Initialz&#252;ndung f&#252;r das Interesse an Stammzellen ergab sich damals am Diabetesforschungsinstitut in D&#252;sseldorf, wo ich Leiter der klinischen Forschung f&#252;r immunologische Fragen war. Dort hatte ich eine Patientin, die neu an Diabetes erkrankt war. Vier Jahre zuvor hatte sie wegen einer Bluterkrankung Knochenmark von ihrem Bruder bekommen &#8211; dieser litt ebenfalls an Diabetes. Das war das erste Mal, dass die &#220;bertragung einer Autoimmunerkrankung wie Diabetes Typ 1 beim Menschen durch Stammzelltransplantation beobachtet wurde. Ich kannte das schon aus Tierexperimenten – dort ist beides m&#246;glich: Die &#220;bertragung der Erkrankung, wie bei der Patientin beobachtet, als auch die Weitergabe der Resistenz gegen Diabetes von einem gesunden auf ein krankes Tier.</p>
<p><em>Das hat Sie dann nat&#252;rlich sofort interessiert, oder?</em> Ja, denn dadurch ergab sich ein Konzept zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen mit der Transplantation von Stammzellen. Danach war es nur noch ein kleiner Schritt, nach deren Quellen zu suchen und so bin ich damals auf die schon in der Literatur bekannten Stammzellen aus Nabelschnurblut gekommen. Um das wertvolle Material verf&#252;gbar zu machen, gr&#252;ndete ich dann konsequenterweise das Unternehmen VITA 34.</p>
<p><em>Ich frage jetzt einmal ganz provokativ: Sie operieren mit einem Produkt, von dem Sie noch nicht genau wissen, was es eigentlich kann. Sind Sie pers&#246;nlich ein Optimist?</em> Ich wei&#223; was Nabelschnurblut schon heute kann – nur kenne ich noch nicht alle seine F&#228;higkeiten. Diese sind keineswegs verschwommen, sondern klar in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben. Auch die zahlreichen bereits erfolgten Anwendungen sprechen f&#252;r sich. Dabei handelt es sich klassischerweise um Bluterkrankungen. Was in Zukunft aber zunehmen wird – und dem stehe ich wirklich positiv gegen&#252;ber – ist der Einsatz von Stammzellen aus Nabelschnurblut in der Regenerativen Medizin. Da bin ich in der Tat Optimist.</p>
<p><em>Nabelschnurblut soll quasi in zuk&#252;nftiger Anwendung neue Kr&#228;fte freisetzen. Welche Superkraft h&#228;tten Sie denn heute schon gerne?</em> Die Wirkung von Nabelschnurblut hat nichts mit au&#223;ergew&#246;hnlichen Kr&#228;ften zu tun. Es geht um die Reparatur von erkrankten Zellen und Geweben durch Stammzellen. Ein solcher Prozess l&#228;uft wie wir inzwischen wissen, ganz nat&#252;rlich im Organismus ab. Solche Reparaturen, auch bei gr&#246;&#223;eren Defekten effektiv zu unterst&#252;tzen – darum geht es.</p>
<p><em>Ihnen wird oft genug vorgeworfen, Sie w&#252;rden Gesch&#228;fte mit der Angst machen. Dass dies nicht der Fall ist, wissen wir beide. Aber wovor haben Sie im privaten Angst, was gruselt Sie wirklich?</em> Angst bekomme ich, wenn es vor mir steil hinabgeht, beispielsweise wenn ich aus dem Fenster eines Hochhauses schaue und die H&#228;userwand vor mir im Nichts verschwindet – es ist eine ganz typische H&#246;henangst. &#220;brigens, der Vorwurf „Gesch&#228;ft mit der Angst“ ist eine dumme Floskel, das m&#252;sste man auch jedem Hersteller von Fahrradhelmen oder Airbags vorwerfen.</p>
<p><em>Erz&#228;hlen Sie mir doch bitte etwas &#252;ber unl&#246;sbare Konflikte, die Sie in Ihrem Job bisher erlebt haben?</em> Konflikte gibt es bei der F&#252;hrung eines Unternehmens immer. Wichtig ist, dabei eine m&#246;glichst konstruktive L&#246;sung anzustreben – das ist mir aber meistens gegl&#252;ckt.</p>
<p><em>Was ist der gr&#246;&#223;te Fehler, den Ihre Branche je gemacht hat – und was haben Sie daraus gelernt?</em> Inzwischen gibt es einige Firmen, die im Bereich der Regenerativen Medizin gute Produkte anbieten. Zum Beispiel Knorpelersatz zur Behandlung gesch&#228;digter Kniegelenke. Die Firmen haben aber von Anfang an angestrebt, dass ihre Leistungen von den Krankenkassen bezahlt werden. Das war meiner Meinung nach ein Fehler. Denn die Krankenkassen haben die Eigenschaft, Innovationen nur z&#246;gernd und &#228;u&#223;erst langsam zu unterst&#252;tzen. Bedauerlicherweise haben wir ein tr&#228;ges und innovationsfeindliches Gesundheitssystem. Deshalb dauert es lange, bis neue Errungenschaften die Hilfebed&#252;rftigen erreichen. H&#228;tten die Firmen ihre Kunden st&#228;rker mit in die Verantwortung gezogen, was die Finanzierung betrifft, h&#228;tten sich ihre Zelltherapie-Produkte schneller etabliert. Davon h&#228;tten auch die Patienten profitiert.</p>
<p><em>Als Aktiengesellschaft ist VITA 34 nun einmal bestrebt, Geld zu verdienen. Wie stehen Sie zu der These „Geld verdirbt den Charakter“? </em>Die These finde ich unsinnig. Geld ist die Grundlage unserer Wirtschaftsordnung. Die Unternehmen m&#252;ssen Gewinne erwirtschaften, was eine Triebkraft f&#252;r die Wirtschaft und Innovation darstellt. Dies ist wiederum f&#252;r jeden von Vorteil und sorgt daf&#252;r, dass es uns hier in Deutschland oder Europa so gut geht. Ich bin in Ostdeutschland aufgewachsen und kann damals mit heute vergleichen.</p>
<p><em>Einer der sichersten Trends der Zukunft ist die steigende Lebenserwartung der Menschen &#8211; und VITA 34 proklamiert gewisserma&#223;en, dazu seinen Beitrag leisten zu wollen. Was aber bedeutet dies f&#252;r die Gesellschaft von Morgen? Wollen wir denn wirklich ewig leben?</em> Es geht nicht darum, die Lebenserwartung zu steigern, sondern die Qualit&#228;t des fortschreitenden Lebens zu verbessern, um gesund alt zu werden. Hier setzt die Regenerative Medizin an. Ihr Ziel ist es, zerst&#246;rtes oder besch&#228;digtes Gewebe zu reparieren, damit es wieder seine Funktion erf&#252;llen kann. Ein Beispiel: Herzinfarkt. Durch ihn sterben Zellen im Herzmuskel. Wenn es gelingen w&#252;rde, das Gebiet klein zu halten oder mit funktionst&#252;chtigen Zellen zu ersetzen, verringern sich die Nebenwirkungen dieser Erkrankung. Denn diese schr&#228;nken das normale Leben der Patienten ein. Es geht nicht darum, Todesursachen nach hinten zu verlegen, sondern gesund zu leben.</p>
<p><em>Sie als Vorstandschef von VITA 34 m&#252;ssen die Menschen von Ihrem Produkt &#252;berzeugen. Welche Rolle spielt Ehrlichkeit in Ihrem Leben?</em> Es ist sehr wichtig, dass unsere Kunden klar und ausf&#252;hrlich informiert werden. Dass das tats&#228;chlich praktiziert wird, haben wir mit Kundenerhebungen nachgewiesen. F&#252;r Laien haben unsere Kunden sogar ein ganz au&#223;ergew&#246;hnliches Wissen und bauen ihre Entscheidungen, das Nabelschnurblut einzulagern, darauf auf. Diese Entwicklung finde ich gut und ich m&#246;chte, dass das auch so bleibt.</p>
<p><em>Ist Moral f&#252;r Sie als Unternehmer Voraussetzung oder vielmehr ein Hemmschuh f&#252;r ein gutes Gesch&#228;ft?</em> Ganz klar: Voraussetzung.</p>
<p><em>Als Vorstandschef von VITA 34 bleiben Auseinandersetzungen von Gegnern der Nabelschnurblut-Forschung wohl nicht aus. Wo finden Sie bei all dem Stress Ihren pers&#246;nlichen Ruhepol?</em> Mein pers&#246;nlicher Ruhepool ist die Malerei. Ich arbeite mit viel Farbe und erschaffe Bilder in &#214;l, die aber keinerlei Gegenst&#228;ndliches zeigen. Leider fehlt mir die Zeit, diesem Hobby regelm&#228;&#223;ig nachzugehen. Unsere Gegner und Kritiker sind aber nicht Gegner der Forschung mit Nabelschnurblut, sondern besonders bei den &#246;ffentlichen Nabelschnurblutbanken angesiedelt. Es geht in den Kontroversen im Grunde darum, wer den Service anbietet, ein Wirtschaftsunternehmen wie VITA 34 oder subventionierte &#246;ffentliche Anstalten.</p>
<p><em>Wenn Sie in die Zukunft schauen, sagen wir in 20 Jahren, was glauben Sie: Wo wird die Stammzellforschung dann stehen?</em> Einen Einblick in die zuk&#252;nftige Forschung kann ich nicht geben. Was ich mir aber w&#252;nsche ist, dass die Einlagerung von Nabelschnurblut zur Routine wird. Jedem Kind sollte sein eigenes Nabelschnurblut f&#252;r eventuelle Therapien zur Verf&#252;gung stehen. Die Finanzierung sollten die Krankenkassen &#252;bernehmen.</p>
<p><em>Was erz&#228;hlen Sie Ihren Kindern &#252;ber Ihre Arbeit?</em> Ich habe zwei Kinder und sie sind Feuer und Flamme f&#252;r meine Arbeit, die f&#252;r sie aufregend und spannend ist.</p>
<p><em>VITA 34 ist noch ein vergleichsweise junges Unternehmen. Was glauben Sie, denken die Menschen in 50 Jahren &#252;ber das Unternehmen?</em> Hier muss gar nicht so weit in die Zukunft geschaut werden. Denn schon jetzt wissen die Menschen, dass wir auf dem Gebiet Nabelschnurblut Pionierarbeit leisten. Schlie&#223;lich haben wir inzwischen das Nabelschnurblut von &#252;ber 50.000 Kindern eingelagert. Doch wir bewahren es nicht nur auf, sondern setzen die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die wir erwerben, auch in die Praxis um.</p>

<p>Quelle: <a target="blank" href="http://www.100visions.de">100visions.de</a> [All rights reserved]</p>
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