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	<title>Magazin 100visions &#187; Andreas Otter » Deloitte &amp; Touche</title>
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		<title>Andreas Otter: &#8220;Hier werden L&#246;wen nicht so einfach auf die Stra&#223;e gelassen&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Mar 2008 18:07:07 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Andreas Otter » Deloitte & Touche]]></category>

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Ein bisschen mehr Kapitalismus w&#252;rde Deutschland sehr gut tun, meint Andreas Otter, Partner der Wirtschaftspr&#252;fungsgesellschaft Deloitte &#38; Touche. Dabei d&#252;rfe die Moral jedoch nicht auf der Strecke bleiben. Kay A. Sch&#246;newerk und Annegret Freitag trafen ihn im Club International in Leipzig zum Interview und sprachen mit dem Unternehmer &#252;ber Monopoly, Kinder, Sport und die Zukunft [...]<p>a</p>
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<p>Ein bisschen mehr Kapitalismus w&#252;rde Deutschland sehr gut tun, meint <strong>Andreas Otter</strong>, Partner der Wirtschaftspr&#252;fungsgesellschaft Deloitte &amp; Touche. Dabei d&#252;rfe die Moral jedoch nicht auf der Strecke bleiben. <a target="_blank" href="http://www.xing.com/profile/KayA_Schoenewerk">Kay A. Sch&#246;newerk</a> und <a target="_blank" href="http://www.xing.com/profile/AnnegretJ_Freitag">Annegret Freitag</a> trafen ihn im Club International in Leipzig zum Interview und sprachen mit dem Unternehmer &#252;ber <em>Monopoly</em>, <em>Kinder</em>, <em>Sport </em>und die <em>Zukunft unserer </em><em>Gesellschaft </em>in einer Welt, die von <em>Geld und Macht </em>regiert wird.<span id="more-16"></span></p>
<p><em>Sprechen Sie &#252;ber Geld?</em> Wenn die Menschen nicht &#252;ber Geld sprechen w&#252;rden, w&#228;re ich als Wirtschaftspr&#252;fer arbeitslos. Ich spreche den ganzen Tag &#252;ber Geld – und interessiere mich f&#252;r alles, was damit zu tun hat.</p>
<p><em>Haben Sie je Monopoly gespielt?</em> Ja, das habe ich in der Tat getan. Mein Schwager ist Fan dieses Spiels. Aber dabei geht es darum, sein Geld m&#246;glichst schnell zu vermehren. Mehr nicht. Deshalb sehe ich keinen tieferen Sinn darin.<br />
<em><br />
Wozu verwenden Sie denn Ihr Geld sinnvoll?</em> Das &#228;ndert sich mit jedem Lebensabschnitt. W&#228;hrend meiner Jugend habe ich viel Geld in meine Ausbildung investiert. Das war relativ teuer. Dann habe ich angefangen, die Wohnung mit meiner Familie einzurichten. Jetzt flie&#223;t das Geld in den Hausbau, in Richtung meiner Kinder und in eine Reihe gemeinn&#252;tziger Projekte. So unterst&#252;tze ich alles, was ich f&#252;r wichtig halte.</p>
<p><em>Wie lernen Ihre Kinder den Umgang mit Geld?</em> Ich habe als Kind nie Taschengeld bekommen. Mit meiner Frau habe ich daher sehr lange diskutiert, wie wir das handhaben wollen – und wir haben uns f&#252;r ein kleines Taschengeld entschieden. Unsere Tochter hat das sehr gut aufgenommen. Einen Teil gibt sie aus, einen Teil spart sie. Von daher glaube ich, dass sie schon ein ganz vern&#252;nftiges Verh&#228;ltnis zu Geld hat.</p>
<p><em>Herr Otter, wenn Sie eine Million Euro zu verschenken h&#228;tten, was w&#252;rden Sie damit machen?</em> Ich denke, das ist ziemlich schwierig. Soviel Geld habe ich noch nie zu verschenken gehabt. (lacht) Aber wenn ich das h&#228;tte, w&#252;rde ich vermutlich die H&#228;lfte davon spenden. An eine Stiftung, die sich mit der F&#246;rderung des deutschen Leistungssports in der Region besch&#228;ftigt.</p>
<p><em>Sie interessieren sich f&#252;r Sport?</em> Ich habe fr&#252;her Zehnkampf gemacht, Leichtathletik. Heute wird zu wenig f&#252;r den Leistungssport und die Entwicklung junger Leute getan. Daf&#252;r w&#252;rde ich das Geld ausgeben. Die andere H&#228;lfte des Geldes w&#252;rde ich aufwenden, um den International Club Leipzig zu unterst&#252;tzen. Denn dessen Anliegen, das Zusammenkommen von Menschen aus verschiedenen L&#228;ndern, halte ich bei der heutigen Globalisierung f&#252;r sehr wichtig. Schlie&#223;lich kann man nur Verst&#228;ndnis f&#252;reinander haben, wenn man miteinander redet.</p>
<p><em>Macht Geld gesellschaftsf&#228;hig?</em> Da bin ich nicht so sicher. Wenn ich an Leute wie Paris Hilton denke – die w&#252;rde wahrscheinlich kein Mensch anschauen, wenn sie nicht Erbin der Hotelkette w&#228;re. Insofern kann Geld tats&#228;chlich dazu beitragen, jemanden in gewisser Weise gesellschaftsf&#228;hig zu machen. Wobei es immer darauf ankommt, was man mit dem Geld macht. Geld an sich, also Geld nur um Geld zu haben, finde ich eher absto&#223;end.</p>
<p><em>Ganz der Vater?</em> Vielleicht. Was ich jedenfalls f&#252;r ganz wichtig halte, ist, dass man das Geld, das man ausgeben m&#246;chte, sich auch selbst erarbeiten muss. Ich habe damit schon als Jugendlicher angefangen, weil ich mir ein Motorrad kaufen wollte. Meine Eltern sagten, da musst du eben arbeiten gehen. Und dann bin ich an den Wochenenden Eisenbahnwaggons entladen gegangen und habe abends als Barmixer ausgeholfen. Und dann war es ein ganz tolles Gef&#252;hl, das Geld wieder auszugeben, f&#252;r das man selbst hart gearbeitet hat. Ich glaube, dass das eine ganz wichtige Erfahrung ist. Menschen sollten lernen, was arbeiten hei&#223;t. N&#228;mlich nicht nur, mit dem Stift am Schreibtisch zu sitzen, sondern richtig k&#246;rperlich arbeiten zu m&#252;ssen f&#252;r sein Geld.</p>
<p><em>Verdirbt Geld den Charakter?</em> Geld an sich ist nicht gut oder schlecht. Darum kann es auch nicht den Charakter eines Menschen verderben. Jeder Mensch muss mit sich selbst ausmachen, wof&#252;r er sein Geld verwendet. Bill Gates zum Beispiel hat angeblich nicht vor, seinen Kindern Geld zu hinterlassen, obwohl er der reichste Mann der Welt ist. Er hat lieber sechs Milliarden Dollar gespendet. F&#252;r die Unterst&#252;tzung von Forschungsvorhaben gegen Aids und f&#252;r Projekte in der Dritten Welt. Das finde ich recht erstaunlich. Denn sechs Milliarden sind eine Menge Geld – auch f&#252;r Gates. Daher glaube ich nicht, dass Geld per se den Charakter verderben kann. Der Charakter eines Menschen ist, wie er ist. Und jemand, der viel Geld und einen schlechten Charakter hat, wird seine Geldb&#246;rse auch nicht f&#252;r gute Zwecke &#246;ffnen.</p>
<p><em>Steigt mit dem Besitz auch die moralische Verpflichtung, das Geld der Gesellschaft zur Verf&#252;gung zu stellen?</em> Ich glaube daran, dass Menschen, die besser gestellt sind, moralisch verpflichtet sind, Geld f&#252;r die Gesellschaft einzusetzen. Damit das Leben f&#252;r alle sch&#246;ner wird.</p>
<p><em>Aber es ist doch Ihr Geld, Sie haben es sich hart erarbeitet.</em> Das ist wohl richtig. Nur ist die Frage dabei wichtig, wieviel davon hat man eigentlich verdient und wie viel hat man bekommen. Also wenn jemand hingeht und sagt „Ich bin der Donald Trump oder der Bill Gates dieser Welt und ich habe alles dieses Geld verdient“, dann muss man sagen, das sind Leute, die hatten super Ideen, haben gute Produkte auf den Markt gebracht. Aber irgendwann ist dann eine bestimmte Maschinerie in Gang gekommen, in der sehr viele Menschen daran arbeiten, damit dieser Reichtum des Einzelnen gemehrt wird. Und ob das dadurch entstehende Guthaben zur G&#228;nze der Verdienst dieser einzelnen Person ist, daran habe ich Zweifel.</p>
<p><em>Wenn es diese Person aber nicht g&#228;be, g&#228;be es auch nichts zu verdienen. </em>Ja, es ist gut, dass es diese Leute gibt mit diesen tollen Ideen. Nur die Frage, die Sie gestellt haben, war ja: Berechtigt einen der Reichtum dazu, das ganze Geld, was da verdient wird, f&#252;r sich selbst zu verwenden. Und ich glaube nicht, dass dem so ist.</p>
<p><em>Sondern? </em>Ich glaube vielmehr, dass jeder dar&#252;ber nachdenken sollte, auch einen Teil seines Geldes f&#252;r Dinge einzusetzen, die nicht im pers&#246;nlichen Bereich liegen. Was ich aber nicht so toll finde – und damit haben wir ja alle zu tun – ist, dass mir letzten Endes die Entscheidung dar&#252;ber, wie viel ich uneigenn&#252;tzig einsetze, in Deutschland schon in weiten Teilen der Staat abnimmt. Wir haben relativ hohe Steuern, &#252;ber die viel Geld abgezogen wird. Ich halte es jedoch f&#252;r sehr viel sinnvoller, wenn Menschen, wie es zum Bei-spiel in den USA aber auch in anderen L&#228;ndern der Fall ist, mehr die M&#246;glichkeit haben, selbst dar&#252;ber zu entscheiden wie und wo sie dieses Geld investieren. Interessant finde ich beispielsweise, dass in den Vereinigten Staaten sehr viele Menschen einfach hingehen und sagen: „Ich finanziere Universit&#228;ten mit meinem pers&#246;nlichen Verm&#246;gen.“</p>
<p><em>Das funktioniert &#252;ber Alumni-Programme oder &#252;ber Stiftungen.</em> Ja, die Harvard-University zum Beispiel hat eine der gr&#246;&#223;ten Stiftungen der USA, die in weiten Teilen die Universit&#228;t finanziert. Und das finde ich eine bemerkenswerte Sache. Dass Menschen im Grunde sagen: „Im Bereich der Forschung und Ausbildung muss etwas getan werden, also gebe ich mein Geld an diese Stiftung und unterst&#252;tze damit diese Universit&#228;t.“ Das deutsche Modell – dass der Staat hingeht und das Geld einfach mit der Steuer abzieht und es dann umverteilt, dieses Modell ist nat&#252;rlich auch zur Finanzierung der Universit&#228;ten gedacht. Nur die Frage ist, kommt es da auch an?</p>
<p><em>Sie meinen, w&#252;rde man den Menschen die Entscheidung selbst &#252;berlassen, k&#228;men trotzdem viele auf den Gedanken, dass gemeinn&#252;tzig etwas getan werden muss?</em> Das glaube ich, und ich glaube auch, dass da ein gewisser gesellschaftlicher Druck entsteht. Das stellt man zum Beispiel beim Blick in die USA fest, wo Themen wie Charity und priva-te Stiftungen viel verbreiteter sind. Ich glaube nicht, dass all die Spenden und privaten Sponsorings nur darauf basieren, dass die Menschen Philantrophen mit untadeligem Charakter sind. Es gibt eher eine ganze Reihe von Motivationen wie beispielsweise das ber&#252;hmt-ber&#252;chtigte „Tue Gutes und rede dar&#252;ber.“ Ich m&#246;chte nicht ausschlie&#223;en, dass da sicherlich auch ein moralischer Aspekt dabei ist. Aber es ist nat&#252;rlich auch so ein gewisser „Me too“-Effekt, der die Menschen bewegt. Wo man mal so schaut, was machen andere. Aber dennoch halte ich es f&#252;r ganz entscheidend, dass Menschen sagen, das ist eine gute Sache, die unterst&#252;tze ich. Das finde ich eine sehr gute Regelung, sehr viel besser als lediglich staatliche Umverteilung, wie wir sie in Deutschland haben.</p>
<p><em>Was ist heutzutage Ihrer Meinung nach erfolgsversprechender: das &#220;berlebensmotto „Geiz ist geil“ oder „Ein Hauch von Luxus“?</em> Also das Motto „Geiz ist geil“ finde ich f&#252;rchterlich. Denn ich glaube, jeder von uns hat schon mal die Erfahrung gemacht, dass man mit diesem Leitsatz – im Sinne der Suche nach dem letzten Schn&#228;ppchen –, dass man da eben auch m&#228;chtig reinfallen kann. Denn nicht alles, was billig ist, muss auch gut sein. Von daher halte ich von dieser Einstellung sehr wenig und ich finde auch den entsprechenden Werbespruch der gro&#223;en Elektronikmarkt-Kette ziemlich daneben. Aber mit „Ein Hauch von Luxus“ habe ich auch so meine Schwierigkeiten. Denn ich glaube, Geld an sich bedeutet noch nicht Luxus. Ich denke, dass allein Geld verdienen und Geld haben nicht der Sinn des Lebens sein kann. Was der Sinn des Lebens meiner Meinung nach eigentlich sein muss, ist, mit dem Geld etwas Positives zu bewirken. Den eigenen Wohlstand also nicht nur f&#252;r den pers&#246;nlichen Luxus einzusetzen, sondern daf&#252;r zu sorgen, die Welt ein bisschen besser zu machen, als sie vorher war.</p>
<p><em>Ist da dann auch nicht etwas Egoismus dabei oder Selbstdarstellung?</em> Nach dem Motto: Seht her, das habe ich geschafft, das habe ich gespendet? Das mag im Einzelfall vielleicht so sein, aber ich w&#252;rde das nicht prinzipiell so sehen. Es gibt sicherlich Leute, die sagen: „Okay ich spende jetzt hier was, damit ich gut da stehe.“ Aber ich denke nicht, dass das hier die Mehrzahl der Leute macht, die privat etwas finanziert. Ich pers&#246;nlich muss sagen, die Dinge, die ich beispielsweise im sportlichen Bereich unterst&#252;tze, da will ich gar nicht genannt sein als Sponsor. Weil mir das nichts bringt. Ich freue mich, wenn die Sache voran geht, aber ich m&#246;chte nicht von irgendwelchen Leuten st&#228;ndig hofiert werden. Das ist f&#252;r mich pers&#246;nlich absto&#223;end.</p>
<p><em>Weil Sie Angst haben, dass immer mehr Leute kommen, die Ihr Geld wollen?</em> Nein, das nicht. Ich denke schon, dass ich unterscheiden kann, wann ich „ja“ und wann ich „nein“ sage. Ich denke, was mir einfach zuwider ist, ist wenn dann Leute, die durch meine Spenden oder Sponsorengelder beg&#252;nstigt worden sind, das Gef&#252;hl haben, sie m&#252;ssten sich st&#228;ndig bedanken. Das ist nicht notwendig, das m&#246;chte ich nicht. Ich muss dazu sagen, ich komme aus einem kleinen Ort. Dort gibt es eine ganz alte Kirche und es gibt viele Leute, die dort spenden, damit die Kirche erhalten bleibt. Teilweise sind die gar nicht in der Kirche und keiner von denen taucht da offiziell als Sponsor auf. Und das, finde ich, ist eine spannende Sache. Oder auch diese Story &#252;ber das Spendenaufkommen von Bill Gates. Davon habe ich nichts gewusst – bis ich den Artikel gelesen habe.</p>
<p><em>Kommen wir von der pers&#246;nlichen Moral zur Moral im Gesch&#228;ftsleben. Ist sie eine Voraussetzung f&#252;r ein gutes Gesch&#228;ft oder ist sie eher ein Hemmschuh?</em> Moral ist meines Erachtens sehr wichtig im Gesch&#228;ft. Denn das selbstbezogene gierige kurzfristige Geldverdienen hat aus meiner Sicht einen relativ kurzen Atem. Ich wei&#223; aus der t&#228;glichen Arbeit, dass sehr viele Gesch&#228;fte pers&#246;nlich sind – sich also letztendlich auf zwischenmenschlicher Ebene abspielen. Und dass der Gesch&#228;ftspartner, mit dem man zu tun hat, relativ schnell merkt, ob es einem nur um das schnelle Geldverdienen geht oder ob man bestimmte moralische Werte hat – und das Ziel, langfristig im Gesch&#228;ft zu bleiben. Von daher glaube ich schon, dass Moral und Ethik gerade in der Gesch&#228;ftswelt sehr wichtig sind. Und das hei&#223;t in letzter Konsequenz auch, hin und wieder den Mut zu haben, „nein“ zu sagen und Dinge abzulehnen, obwohl diese vielleicht vom rein monet&#228;ren Blickwinkel her verlockend klingen.</p>
<p><em>Stimmt das Bild vom Raubtierkapitalismus also gar nicht?</em> Schlie&#223;lich sagen Sie, dass nur diejenigen erfolgreich sind, die auch im Gesch&#228;ftsleben moralisch handeln? Es gibt sicherlich auch solche, die sich wie Raubtiere benehmen oder, um mit Herrn M&#252;ntefering zu sprechen, „die wie die Heuschrecken auftauchen“. Mit solchen Leuten habe ich auf gesch&#228;ftlicher Ebene auch zu tun. Ich w&#252;rde aber sagen, der &#252;berwiegende Teil der Gesch&#228;ftsleute hat durchaus moralische Ansichten, die in weiten Teilen d‘accord gehen mit dem, was ich f&#252;r richig oder falsch halte.</p>
<p><em>Leben wir denn heute noch im Kapitalismus oder ist das alles am Aufweichen und wir werden alle lieb und nett?</em> Es kommt sicherlich darauf an, in welchem Mikrokosmos wir uns bewegen. Ich bin vor einigen Wochen im kommunistischen China gewesen und da hatte ich den Eindruck, dass es dort wesentlich kapitalistischer zugeht, als hier in Deutschland. Ich denke schon, dass Deutschland ein bisschen mehr Kapitalismus sehr gut tun w&#252;rde.</p>
<p><em>Also doch die L&#246;wen ungeb&#228;ndigt auf die Stra&#223;e lassen?</em> Ich glaube, die L&#246;wen werden in wirtschaftlicher Hinsicht nirgends auf der Welt einfach auf die Stra&#223;e gelassen. Ich denke, worum es gehen m&#252;sste in Deutschland, ist, dass man sich darauf besinnt, mehr Eigenverantwortung zu &#252;bernehmen. Und wenn das nicht gelingt und wenn es nicht gelingt zu kommunizieren, dass die Welt um Deutschland herum sich ge&#228;ndert hat, dann wird es sehr schwierig. Die Welt wird sich n&#228;mlich trotzdem &#228;ndern – und wir fallen dann zur&#252;ck. Das w&#228;re f&#252;r das Land und auch f&#252;r mich pers&#246;nlich sehr schade. Denn ich lebe gern hier.</p>
<p><em>Herr Otter, vielen Dank f&#252;r das Gespr&#228;ch.</em></p>
<p><font color="#ffffff">. </font></p>
<p>Interview: <em>Kay A. Sch&#246;newerk, Annegret Freitag (<a target="_blank" href="http://www.4iMEDIA.com">Agentur</a> 4iMEDIA; <a target="_blank" href="http://jamandchips.de">Redaktion</a> J&amp;C);<br />
</em>Fotos: <em>Jeibmann Photographik / Vivendi 2007</em></p>
<p>a</p>
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