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nam kha pham: „nur qualitativ hochwertiger content nutzt den usern“

In Zeiten sinkender Printerlöse ist das World Wide Web für Verlage längst mehr als nur eine Präsentationsplattform geworden. Der Verlag für die Deutsche Wirtschaft beispielsweise hat mit experto.de Deutschlands größtes Beraterportal für berufliche und private Anliegen online. In Artikeln geben Experten ihr Fachwissen zu verschiedenen Themen an die Leser weiter. Finanziert wir das Projekt dabei über die auf der Seite geschaltete Werbung. Die 100visions-Redaktion sprach mit Nam Kha Pham, dem Portalmanager von experto.de, über die Herausforderungen im Internet.

Nam Kha Pham, Portalmanager von experto.de

Herr Pham, Sie sind Portalmanager – was bedeutet das heute?

Meine Tätigkeit lässt sich zum einen unter der Überschrift „den laufenden Betrieb des Portals sichern“ zusammenfassen. Dazu gehört die Überwachung aller Systeme, was zum Teil technischen Hintergrund hat, aber auch Statistiken wie die Besucherzahlen beinhaltet. Der zweite Aspekt betrifft den Ausbau und die Weiterentwicklung von experto.de. Dafür recherchiere ich nach aktuellen Themen, die für das Portal relevant sind, und analysiere, welche Zusatzfunktionen neben den Expertenartikeln sinnvoll wären. Auch die Überlegung, bestimmte Bereiche auszugliedern, wie es bei den privaten Finanzthemen unter monero.de der Fall war, muss angestellt werden. Zu all diesen Abläufen gibt es zudem regelmäßige Meetings mit den anderen Portalmanagern des Verlags, um gemeinsam zu prüfen und sich kreativ auszutauschen.

Sind Sie darüber hinaus auch an den Veränderungsprozessen des Portals eingebunden?

Ja, und zwar insofern, als dass ich für geplante Veränderungen vorab sogenannte Pflichtenhefte erstelle und Ausschreibungen betreue beziehungsweise mitbetreue, wenn es um so etwas Spezifisches wie der Beschaffung neuer Techniken geht. Bei der Umsetzung übernehme ich dann das Projektmanagement, die Qualitätskontrolle sowie die Abnahme der Projekte.

Welchen Stellenwert haben Beraterportale Ihrer Meinung nach heute im World Wide Web?

Ich halte sie für sehr wichtig. Beratung findet zwar häufig auch in Internetforen statt, aber da ist keine Qualitätssicherheit gegeben. Ein Forumsbeitrag kann Fachwissen sein oder er stellt lediglich eine Meinung dar, die Trennung ist nicht klar ersichtlich. Eine mögliche Entwicklung ist meines Erachtens die bezahlte Beratung, die es flächendeckend noch nicht gibt. Wichtig bei dem jeweiligen Content ist, dass Fachwissen als Quelle hochwertig und erkennbar sein muss.

Unterscheidet sich experto.de dabei von anderen Portalen?

Ja, und das merke ich auch in meiner täglichen Arbeit. Wir legen großen Wert auf die Qualität unserer Inhalte und sind bemüht, diese stets zu optimieren. So prüfen wir beispielsweise stichprobenartig die Inhalte und aktualisieren besonders gefragte Artikel regelmäßig. Bei den Werbemitteln achten wir darauf, dass sie den Leser in puncto Inhalt und Platzierung nicht zu stark stören. Zudem haben wir mit unserem Redaktionsmodell ein weiteres Qualitätskriterium erfüllt, denn unsere Schlussredaktion stellt nicht einfach online, sondern prüft jeden Artikel vor seiner Veröffentlichung. Regelmäßige Hinweise und Tipps an die Autoren für ihre Arbeit gehören ebenfalls dazu.

Stichwort Google-Panda: Was hat sich seit den ersten Auswirkungen des Algorithmus bei experto.de getan?

Bei experto.de war ich mir sicher, dass die Qualität gut ist, und der geringe Trafficverlust nach dem Panda sich nicht halten würde. Das zeigen auch unsere aktuellen Zahlen, die im November auf Jahreshöchstniveau stiegen. De facto sind wir also nicht betroffen und planen daher auch keine strukturellen oder konzeptionellen Veränderungen. Nur bei der Qualität gilt es, natürlich weiter zu optimieren, denn eines unserer Hauptziele ist ganz klar die Steigerung des Traffics auf der Seite.

Was bedeutet Social Media für Sie: Spannender Informationskanal oder nerviger Zeitfresser?

Ich persönlich betrachte Social Media kritisch im Sinne davon, dass für die aufgewendete Zeit noch kein effektiver Nutzen mit eigenen Mitteln messbar ist. Für die Bespielung der verschiedenen Kanäle von Social Media muss eine Strategie gegeben sein, eventuell ist auch die Inanspruchnahme eines Dienstleisters dafür nötig, andernfalls erhält man keine relevanten Daten.

Wagen Sie doch mal einen Blick in die Zukunft: Wie werden sich Verlage und ihre Projekte wie experto.de in den nächsten Jahren im Onlinebereich entwickeln?

Da die Printabsätze von Verlagen zunehmend zurückgehen, wird sich viel ins Internet verlagern. So eine Entwicklung sehe ich auch für den Verlag für die Deutsche Wirtschaft mit experto.de. Ich bin mir sicher, dass wir mit dem Projekt auch künftig führendes Beraterportal bleiben. Dafür ist auch die zielgruppenspezifischere Ansprache geplant, gegebenenfalls mit weiteren Unterportalen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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