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Kai Blasberg: “Viele Dinge kann man nicht ändern, die Einstellung dazu aber schon!”

Tele5 hat sich einem der größten Privatsender unter den “Kleinen” gemausert. Nicht zuletzt durch die Geschäftsleitung, an deren Spitze Kai Blasberg steht. Der Kopf des Münchner Privatsenders stand der 100visions-Redaktion Rede und Antwort über Sein, Werden und Menschen, die sein Leben verändert haben.

Haben Sie eigentlich Zeit für ein ausführliches Interview? Ein guter Manager hat doch immer Zeit.

Welche Bedeutung hat Zeit für Sie und was wäre dann, Ihrer Meinung nach, Verschwendung von Zeit? Gegenfrage: Gibt es Zeit eigentlich ? Wenn es sie nicht gibt, kann man sie dann verschwenden? Und wer in sich ruht, verschwendet doch nie etwas.

Erzählen Sie mir etwas über unlösbare Konflikte, die Sie in Ihrem Job schon erlebt haben. Wenn man die Zukunft erkennt und sieht, dass es keinen Sinn macht. Dann geht man von da weg, wo man ist, aber das ist ja auch eine Lösung. Grundsätzlich gibt es viele Dinge, die man nicht ändern kann. Aber immer kann man seine Einstellung und sein Verhalten dazu verändern.

Wie stehen Sie zu Moral im Geschäftsleben. Ist sie eine Voraussetzung oder eher ein Hemmschuh – für ein gutes Geschäft? Moral ist Ausführungsbestimmung und veränderbar. Ethik ist Grundsatz und sollte beachtet werden. Von daher ist Moral oft störend und meist nicht ganz ehrlich.

Wenn Sie in zehn Jahren zurückblicken werden – worauf sollte Ihre Branche dann besonders stolz sein? Die Menschen gut zu unterhalten und sie zumindest nicht zu verblöden. Und das ein oder andere wichtige Ereignis gestaltet zu haben.

Ein sicherer Trend der Zukunft ist auch das steigende Durchschnittsalter. Was denken Sie, welche Folgen dies für Ihre Branche haben wird? Die Betrachtungsweise wird sich ändern. Schon immer in den letzten 20 Jahren waren die meisten Kunden im TV die Älteren. Nur, dass sie in Zukunft auch vermarktbar sein werden.

Gab es einen Menschen in Ihrer Laufbahn, der Sie verändert hat? Und wie geschah dies?Leider gibt es für Talente immer zuwenig Leitbilder, da Business doch sehr real ist und Heroen nicht zulässt. Aber in meiner Branche waren Helmut Thoma und Georg Kofler wichtig, weil sie Mut und Verantwortung kombinieren konnten, Leo Kirch, weil er eine Vorstellung und Gerissenheit hatte. Jürgen Knauss für seine Gelassenheit ist zu nennen, und in der Branche selbst auch meine Freunde Gunnar Klink und Nico Paalzow, weil sie tolle Menschen sind und Niederlagen gut weggesteckt haben und sich immer treu blieben.

Wir leben im Zeitalter der Individualisierung, wie schlägt sich das auf unsere Zukunft nieder? Da es Menschenfeindlich ist, gar nicht so sehr. Wir haben , glaube ich, die Talsohle erreicht. Solidarität ist etwas zutiefst Menschliches und wird am Ende die Oberhand behalten.

Macht Ihnen die immer stärker werdende Abhängigkeit von Technik Angst? Nein. Ich kann sie bestimmen. Aber wir müssen in der Ausbildung junger Menschen immer mehr darauf achten, dass Technik und Ihr Nutzen erklärt wird und der verantwortungsvolle Umgang mit ihr.

Würden Sie sich als Visionär bezeichnen? Würde ich nicht nur, tue ich sogar :-)

Wenn das so ist, dann sagen Sie mir etwas über die Zukunft, dass ich Ihrer Meinung nach unbedingt wissen sollte. Die Menschen wollen lieben und geliebt werden. Und wir sollten langsamer werden. Es ist alles etwas zu schnell und belanglos geworden.

Abschließende Frage: Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welche Superkraft würden Sie wählen und warum? Die reine Vernunft einhauchen zu können.


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