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	<title>Magazin 100visions &#187; Gesellschaft</title>
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	<description>Interview-Magazin fÃ¼r Meinungs- &#38; Zukunftsmacher</description>
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		<title>Magazin 100visions</title>
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		<title>nam kha pham: â€žnur qualitativ hochwertiger content nutzt den usernâ€œ</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 16:43:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Verlag fÃ¼r die Deutsche Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[
In Zeiten sinkender Printerl&#246;se ist das World Wide Web f&#252;r Verlage l&#228;ngst mehr als nur eine Pr&#228;sentationsplattform geworden. Der Verlag f&#252;r die Deutsche Wirtschaft beispielsweise hat mit experto.de Deutschlands gr&#246;&#223;tes Beraterportal f&#252;r berufliche und private Anliegen online. In Artikeln geben Experten ihr Fachwissen zu verschiedenen Themen an die Leser weiter. Finanziert wir das Projekt dabei [...]<p>a</p>
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<p>In Zeiten sinkender Printerl&#246;se ist das World Wide Web f&#252;r Verlage l&#228;ngst mehr als nur eine Pr&#228;sentationsplattform geworden. Der Verlag f&#252;r die Deutsche Wirtschaft beispielsweise hat mit <a href="http://www.experto.de" target="_blank">experto.de</a> Deutschlands gr&#246;&#223;tes Beraterportal f&#252;r berufliche und private Anliegen online. In Artikeln geben Experten ihr Fachwissen zu verschiedenen Themen an die Leser weiter. Finanziert wir das Projekt dabei &#252;ber die auf der Seite geschaltete Werbung. Die 100visions-Redaktion sprach mit Nam Kha Pham, dem Portalmanager von experto.de, &#252;ber die Herausforderungen im Internet.</p>
<p><img src="http://www.100visions.de/wp-content/uploads/2011/12/nkp-experto.jpg" alt="Nam Kha Pham, Portalmanager von experto.de" title="Nam Kha Pham, Portalmanager von experto.de" width="400" height="602" class="alignnone size-full wp-image-149" /></p>
<p><span id="more-142"></span><em>Herr Pham, Sie sind Portalmanager â€“ was bedeutet das heute?</em></p>
<p>Meine T&#228;tigkeit l&#228;sst sich zum einen unter der &#220;berschrift â€žden laufenden Betrieb des Portals sichernâ€œ zusammenfassen. Dazu geh&#246;rt die &#220;berwachung aller Systeme, was zum Teil technischen Hintergrund hat, aber auch Statistiken wie die Besucherzahlen beinhaltet. Der zweite Aspekt betrifft den Ausbau und die Weiterentwicklung von experto.de. Daf&#252;r recherchiere ich nach aktuellen Themen, die f&#252;r das Portal relevant sind, und analysiere, welche Zusatzfunktionen neben den Expertenartikeln sinnvoll w&#228;ren. Auch die &#220;berlegung, bestimmte Bereiche auszugliedern, wie es bei den privaten Finanzthemen unter monero.de der Fall war, muss angestellt werden. Zu all diesen Abl&#228;ufen gibt es zudem regelm&#228;&#223;ige Meetings mit den anderen Portalmanagern des Verlags, um gemeinsam zu pr&#252;fen und sich kreativ auszutauschen.</p>
<p><em>Sind Sie dar&#252;ber hinaus auch an den Ver&#228;nderungsprozessen des Portals eingebunden?</em></p>
<p>Ja, und zwar insofern, als dass ich f&#252;r geplante Ver&#228;nderungen vorab sogenannte Pflichtenhefte erstelle und Ausschreibungen betreue beziehungsweise mitbetreue, wenn es um so etwas Spezifisches wie der Beschaffung neuer Techniken geht. Bei der Umsetzung &#252;bernehme ich dann das Projektmanagement, die Qualit&#228;tskontrolle sowie die Abnahme der Projekte. </p>
<p><em>Welchen Stellenwert haben Beraterportale Ihrer Meinung nach heute im World Wide Web?</em></p>
<p>Ich halte sie f&#252;r sehr wichtig. Beratung findet zwar h&#228;ufig auch in Internetforen statt, aber da ist keine Qualit&#228;tssicherheit gegeben. Ein Forumsbeitrag kann Fachwissen sein oder er stellt lediglich eine Meinung dar, die Trennung ist nicht klar ersichtlich. Eine m&#246;gliche Entwicklung ist meines Erachtens die bezahlte Beratung, die es fl&#228;chendeckend noch nicht gibt. Wichtig bei dem jeweiligen Content ist, dass Fachwissen als Quelle hochwertig und erkennbar sein muss.</p>
<p><em>Unterscheidet sich experto.de dabei von anderen Portalen?</em></p>
<p>Ja, und das merke ich auch in meiner t&#228;glichen Arbeit. Wir legen gro&#223;en Wert auf die Qualit&#228;t unserer Inhalte und sind bem&#252;ht, diese stets zu optimieren. So pr&#252;fen wir beispielsweise stichprobenartig die Inhalte und aktualisieren besonders gefragte Artikel regelm&#228;&#223;ig. Bei den Werbemitteln achten wir darauf, dass sie den Leser in puncto Inhalt und Platzierung nicht zu stark st&#246;ren. Zudem haben wir mit unserem Redaktionsmodell ein weiteres Qualit&#228;tskriterium erf&#252;llt, denn unsere Schlussredaktion stellt nicht einfach online, sondern pr&#252;ft jeden Artikel vor seiner Ver&#246;ffentlichung. Regelm&#228;&#223;ige Hinweise und Tipps an die Autoren f&#252;r ihre Arbeit geh&#246;ren ebenfalls dazu.</p>
<p><em>Stichwort Google-Panda: Was hat sich seit den ersten Auswirkungen des Algorithmus bei experto.de getan?</em></p>
<p>Bei experto.de war ich mir sicher, dass die Qualit&#228;t gut ist, und der geringe Trafficverlust nach dem Panda sich nicht halten w&#252;rde. Das zeigen auch unsere aktuellen Zahlen, die im November auf Jahresh&#246;chstniveau stiegen. De facto sind wir also nicht betroffen und planen daher auch keine strukturellen oder konzeptionellen Ver&#228;nderungen. Nur bei der Qualit&#228;t gilt es, nat&#252;rlich weiter zu optimieren, denn eines unserer Hauptziele ist ganz klar die Steigerung des Traffics auf der Seite.</p>
<p><em>Was bedeutet Social Media f&#252;r Sie: Spannender Informationskanal oder nerviger Zeitfresser?</em></p>
<p>Ich pers&#246;nlich betrachte Social Media kritisch im Sinne davon, dass f&#252;r die aufgewendete Zeit noch kein effektiver Nutzen mit eigenen Mitteln messbar ist. F&#252;r die Bespielung der verschiedenen Kan&#228;le von Social Media muss eine Strategie gegeben sein, eventuell ist auch die Inanspruchnahme eines Dienstleisters daf&#252;r n&#246;tig, andernfalls erh&#228;lt man keine relevanten Daten. </p>
<p><em>Wagen Sie doch mal einen Blick in die Zukunft: Wie werden sich Verlage und ihre Projekte wie experto.de in den n&#228;chsten Jahren im Onlinebereich entwickeln?</em></p>
<p>Da die Printabs&#228;tze von Verlagen zunehmend zur&#252;ckgehen, wird sich viel ins Internet verlagern. So eine Entwicklung sehe ich auch f&#252;r den Verlag f&#252;r die Deutsche Wirtschaft mit experto.de. Ich bin mir sicher, dass wir mit dem Projekt auch k&#252;nftig f&#252;hrendes Beraterportal bleiben. Daf&#252;r ist auch die zielgruppenspezifischere Ansprache geplant, gegebenenfalls mit weiteren Unterportalen. </p>
<p><em>Vielen Dank f&#252;r das Gespr&#228;ch!</em></p>
<p>a</p>
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		<title>andreas neef: &#8220;es muss sich was ver&#228;ndern&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 15:09:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[
Im Rahmen der Messe Orgatec 2009 sprach Andreas Neef, Zukunftsforscher und gesch&#228;ftsf&#252;hrender Gesellschafter des Consulting-Unternehmens Z_punkt, &#252;ber die Zukunft der Arbeit und dar&#252;ber, mit welchen Ver&#228;nderungen Unternehmen zu rechnen haben. Diese betreffen nicht nur die Bed&#252;rfnisse der Mitarbeiter im B&#252;ro, sondern auch den grunds&#228;tzlichen Wandel der Berufswelt. Zudem betont er, dass die Zukunft gar nicht [...]<p>a</p>
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<p style="margin-bottom: 0cm;">Im Rahmen der Messe <a href="http://www.orgatec.de/" target="_blank">Orgatec 2009</a> sprach Andreas Neef, Zukunftsforscher und gesch&#228;ftsf&#252;hrender Gesellschafter des Consulting-Unternehmens <a href="http://www.z-punkt.de/" target="_blank">Z_punkt</a>, &#252;ber die Zukunft der Arbeit und dar&#252;ber, mit welchen Ver&#228;nderungen Unternehmen zu rechnen haben. Diese betreffen nicht nur die Bed&#252;rfnisse der Mitarbeiter im B&#252;ro, sondern auch den grunds&#228;tzlichen Wandel der Berufswelt. Zudem betont er, dass die Zukunft gar nicht mehr so fern ist.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="300" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/UyVPQNEkH3I&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="300" src="http://www.youtube.com/v/UyVPQNEkH3I&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>a</p>
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		<title>Ai Weiwei: &#8220;Das Internet wird hierarchische Gesellschaftsstrukturen &#252;berwinden&#8221;</title>
		<link>http://www.100visions.de/gesellschaft/ai-weiwei-das-internet-wird-hierarchische-gesellschaftsstrukturen-ueberwinden</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Sep 2008 14:12:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ai Weiwei » KÃ¼nstler]]></category>

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Ai Weiwei gilt als einer der f&#252;hrenden Konzeptk&#252;nstler der VR China. Er betreibt einen eigenen Blog und ist als Gesellschaftskritiker bekannt. Im Interview mit Focus Online spricht Ai &#252;ber dieÂ  Blogkultur und das Internet im Allgemeinen &#8211; und welche Bedeutung sie f&#252;r die Ver&#228;nderung der chinesischen Gesellschaft besitzen.

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<p>a</p>
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<p><strong>Ai Weiwei</strong> gilt als einer der f&#252;hrenden Konzeptk&#252;nstler der VR China. Er betreibt einen eigenen Blog und ist als Gesellschaftskritiker bekannt. Im Interview mit Focus Online spricht <a href="http://www.aiweiwei.com" target="_blank">Ai</a> &#252;ber dieÂ  Blogkultur und das Internet im Allgemeinen &#8211; und welche Bedeutung sie f&#252;r die Ver&#228;nderung der chinesischen Gesellschaft besitzen.</p>
<p><object width="380" height="320"><param name="movie" value="http://www.focus.de/swf-delivery/2196"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="type" value="application/x-shockwave-flash"></param><embed src="http://www300.focus.de/swf-delivery/2196" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="380" height="320" allowScriptAccess="always" allowFullScreen="true"></embed></object></p>
<p>a</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Eberhard Lampeter: &#8220;Der Einsatz von Stammzellen wird in der Regenerativen Medizin zunehmen&#8221;</title>
		<link>http://www.100visions.de/allgemein/eberhard-lampeter-der-einsatz-von-stammzellen-wird-in-der-regenerativen-medizin-zunehmen</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Sep 2008 15:21:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Eberhard Lampeter Â» VITA 34]]></category>

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Stammzellforschung ist ein Thema, das immer wieder hei&#223; in den Medien diskutiert wird. Auch der Terminus Nabelschnurblut taucht in diesem Zusammenhang auf. Dr. med. Eberhard Lampeter ist Vorstandschef von VITA 34 â€“ einer privaten AG, die sich zum Marktf&#252;hrer im Bereich der Nabelschnurblut-Einlagerung entwickelt hat. Im Interview mit der 100visions.de-Redakteurin Antje Bauer erz&#228;hlt er von [...]<p>a</p>
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<p><img src="http://www.100visions.de/wp-content/uploads/2008/09/lampeter-sw-450.jpg" alt="lampeter-sw-450.jpg" /></p>
<p>Stammzellforschung ist ein Thema, das immer wieder hei&#223; in den Medien diskutiert wird. Auch der Terminus Nabelschnurblut taucht in diesem Zusammenhang auf. <strong>Dr. med. Eberhard Lampeter</strong> ist Vorstandschef von VITA 34 â€“ einer privaten AG, die sich zum Marktf&#252;hrer im Bereich der Nabelschnurblut-Einlagerung entwickelt hat. Im Interview mit der 100visions.de-Redakteurin Antje Bauer erz&#228;hlt er von seinem pers&#246;nlichen Optimismus, den Chancen, die bietet und den H&#252;rden des Gesundheitssystems. <span id="more-55"></span></p>
<p><em>Herr Dr. Lampeter, Sie haben vor gut elf Jahren mit befreundeten &#196;rztekollegen die Nabelschnurblutbank VITA 34 ins Leben gerufen. Was waren denn Ihre pers&#246;nlichen Beweggr&#252;nde, diesen nicht unumstrittenen Schritt zu gehen?</em> Die Initialz&#252;ndung f&#252;r das Interesse an Stammzellen ergab sich damals am Diabetesforschungsinstitut in D&#252;sseldorf, wo ich Leiter der klinischen Forschung f&#252;r immunologische Fragen war. Dort hatte ich eine Patientin, die neu an Diabetes erkrankt war. Vier Jahre zuvor hatte sie wegen einer Bluterkrankung Knochenmark von ihrem Bruder bekommen &#8211; dieser litt ebenfalls an Diabetes. Das war das erste Mal, dass die &#220;bertragung einer Autoimmunerkrankung wie Diabetes Typ 1 beim Menschen durch Stammzelltransplantation beobachtet wurde. Ich kannte das schon aus Tierexperimenten â€“ dort ist beides m&#246;glich: Die &#220;bertragung der Erkrankung, wie bei der Patientin beobachtet, als auch die Weitergabe der Resistenz gegen Diabetes von einem gesunden auf ein krankes Tier.</p>
<p><em>Das hat Sie dann nat&#252;rlich sofort interessiert, oder?</em> Ja, denn dadurch ergab sich ein Konzept zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen mit der Transplantation von Stammzellen. Danach war es nur noch ein kleiner Schritt, nach deren Quellen zu suchen und so bin ich damals auf die schon in der Literatur bekannten Stammzellen aus Nabelschnurblut gekommen. Um das wertvolle Material verf&#252;gbar zu machen, gr&#252;ndete ich dann konsequenterweise das Unternehmen VITA 34.</p>
<p><em>Ich frage jetzt einmal ganz provokativ: Sie operieren mit einem Produkt, von dem Sie noch nicht genau wissen, was es eigentlich kann. Sind Sie pers&#246;nlich ein Optimist?</em> Ich wei&#223; was Nabelschnurblut schon heute kann â€“ nur kenne ich noch nicht alle seine F&#228;higkeiten. Diese sind keineswegs verschwommen, sondern klar in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben. Auch die zahlreichen bereits erfolgten Anwendungen sprechen f&#252;r sich. Dabei handelt es sich klassischerweise um Bluterkrankungen. Was in Zukunft aber zunehmen wird â€“ und dem stehe ich wirklich positiv gegen&#252;ber â€“ ist der Einsatz von Stammzellen aus Nabelschnurblut in der Regenerativen Medizin. Da bin ich in der Tat Optimist.</p>
<p><em>Nabelschnurblut soll quasi in zuk&#252;nftiger Anwendung neue Kr&#228;fte freisetzen. Welche Superkraft h&#228;tten Sie denn heute schon gerne?</em> Die Wirkung von Nabelschnurblut hat nichts mit au&#223;ergew&#246;hnlichen Kr&#228;ften zu tun. Es geht um die Reparatur von erkrankten Zellen und Geweben durch Stammzellen. Ein solcher Prozess l&#228;uft wie wir inzwischen wissen, ganz nat&#252;rlich im Organismus ab. Solche Reparaturen, auch bei gr&#246;&#223;eren Defekten effektiv zu unterst&#252;tzen â€“ darum geht es.</p>
<p><em>Ihnen wird oft genug vorgeworfen, Sie w&#252;rden Gesch&#228;fte mit der Angst machen. Dass dies nicht der Fall ist, wissen wir beide. Aber wovor haben Sie im privaten Angst, was gruselt Sie wirklich?</em> Angst bekomme ich, wenn es vor mir steil hinabgeht, beispielsweise wenn ich aus dem Fenster eines Hochhauses schaue und die H&#228;userwand vor mir im Nichts verschwindet â€“ es ist eine ganz typische H&#246;henangst. &#220;brigens, der Vorwurf â€žGesch&#228;ft mit der Angstâ€œ ist eine dumme Floskel, das m&#252;sste man auch jedem Hersteller von Fahrradhelmen oder Airbags vorwerfen.</p>
<p><em>Erz&#228;hlen Sie mir doch bitte etwas &#252;ber unl&#246;sbare Konflikte, die Sie in Ihrem Job bisher erlebt haben?</em> Konflikte gibt es bei der F&#252;hrung eines Unternehmens immer. Wichtig ist, dabei eine m&#246;glichst konstruktive L&#246;sung anzustreben â€“ das ist mir aber meistens gegl&#252;ckt.</p>
<p><em>Was ist der gr&#246;&#223;te Fehler, den Ihre Branche je gemacht hat â€“ und was haben Sie daraus gelernt?</em> Inzwischen gibt es einige Firmen, die im Bereich der Regenerativen Medizin gute Produkte anbieten. Zum Beispiel Knorpelersatz zur Behandlung gesch&#228;digter Kniegelenke. Die Firmen haben aber von Anfang an angestrebt, dass ihre Leistungen von den Krankenkassen bezahlt werden. Das war meiner Meinung nach ein Fehler. Denn die Krankenkassen haben die Eigenschaft, Innovationen nur z&#246;gernd und &#228;u&#223;erst langsam zu unterst&#252;tzen. Bedauerlicherweise haben wir ein tr&#228;ges und innovationsfeindliches Gesundheitssystem. Deshalb dauert es lange, bis neue Errungenschaften die Hilfebed&#252;rftigen erreichen. H&#228;tten die Firmen ihre Kunden st&#228;rker mit in die Verantwortung gezogen, was die Finanzierung betrifft, h&#228;tten sich ihre Zelltherapie-Produkte schneller etabliert. Davon h&#228;tten auch die Patienten profitiert.</p>
<p><em>Als Aktiengesellschaft ist VITA 34 nun einmal bestrebt, Geld zu verdienen. Wie stehen Sie zu der These â€žGeld verdirbt den Charakterâ€œ? </em>Die These finde ich unsinnig. Geld ist die Grundlage unserer Wirtschaftsordnung. Die Unternehmen m&#252;ssen Gewinne erwirtschaften, was eine Triebkraft f&#252;r die Wirtschaft und Innovation darstellt. Dies ist wiederum f&#252;r jeden von Vorteil und sorgt daf&#252;r, dass es uns hier in Deutschland oder Europa so gut geht. Ich bin in Ostdeutschland aufgewachsen und kann damals mit heute vergleichen.</p>
<p><em>Einer der sichersten Trends der Zukunft ist die steigende Lebenserwartung der Menschen &#8211; und VITA 34 proklamiert gewisserma&#223;en, dazu seinen Beitrag leisten zu wollen. Was aber bedeutet dies f&#252;r die Gesellschaft von Morgen? Wollen wir denn wirklich ewig leben?</em> Es geht nicht darum, die Lebenserwartung zu steigern, sondern die Qualit&#228;t des fortschreitenden Lebens zu verbessern, um gesund alt zu werden. Hier setzt die Regenerative Medizin an. Ihr Ziel ist es, zerst&#246;rtes oder besch&#228;digtes Gewebe zu reparieren, damit es wieder seine Funktion erf&#252;llen kann. Ein Beispiel: Herzinfarkt. Durch ihn sterben Zellen im Herzmuskel. Wenn es gelingen w&#252;rde, das Gebiet klein zu halten oder mit funktionst&#252;chtigen Zellen zu ersetzen, verringern sich die Nebenwirkungen dieser Erkrankung. Denn diese schr&#228;nken das normale Leben der Patienten ein. Es geht nicht darum, Todesursachen nach hinten zu verlegen, sondern gesund zu leben.</p>
<p><em>Sie als Vorstandschef von VITA 34 m&#252;ssen die Menschen von Ihrem Produkt &#252;berzeugen. Welche Rolle spielt Ehrlichkeit in Ihrem Leben?</em> Es ist sehr wichtig, dass unsere Kunden klar und ausf&#252;hrlich informiert werden. Dass das tats&#228;chlich praktiziert wird, haben wir mit Kundenerhebungen nachgewiesen. F&#252;r Laien haben unsere Kunden sogar ein ganz au&#223;ergew&#246;hnliches Wissen und bauen ihre Entscheidungen, das Nabelschnurblut einzulagern, darauf auf. Diese Entwicklung finde ich gut und ich m&#246;chte, dass das auch so bleibt.</p>
<p><em>Ist Moral f&#252;r Sie als Unternehmer Voraussetzung oder vielmehr ein Hemmschuh f&#252;r ein gutes Gesch&#228;ft?</em> Ganz klar: Voraussetzung.</p>
<p><em>Als Vorstandschef von VITA 34 bleiben Auseinandersetzungen von Gegnern der Nabelschnurblut-Forschung wohl nicht aus. Wo finden Sie bei all dem Stress Ihren pers&#246;nlichen Ruhepol?</em> Mein pers&#246;nlicher Ruhepool ist die Malerei. Ich arbeite mit viel Farbe und erschaffe Bilder in &#214;l, die aber keinerlei Gegenst&#228;ndliches zeigen. Leider fehlt mir die Zeit, diesem Hobby regelm&#228;&#223;ig nachzugehen. Unsere Gegner und Kritiker sind aber nicht Gegner der Forschung mit Nabelschnurblut, sondern besonders bei den &#246;ffentlichen Nabelschnurblutbanken angesiedelt. Es geht in den Kontroversen im Grunde darum, wer den Service anbietet, ein Wirtschaftsunternehmen wie VITA 34 oder subventionierte &#246;ffentliche Anstalten.</p>
<p><em>Wenn Sie in die Zukunft schauen, sagen wir in 20 Jahren, was glauben Sie: Wo wird die Stammzellforschung dann stehen?</em> Einen Einblick in die zuk&#252;nftige Forschung kann ich nicht geben. Was ich mir aber w&#252;nsche ist, dass die Einlagerung von Nabelschnurblut zur Routine wird. Jedem Kind sollte sein eigenes Nabelschnurblut f&#252;r eventuelle Therapien zur Verf&#252;gung stehen. Die Finanzierung sollten die Krankenkassen &#252;bernehmen.</p>
<p><em>Was erz&#228;hlen Sie Ihren Kindern &#252;ber Ihre Arbeit?</em> Ich habe zwei Kinder und sie sind Feuer und Flamme f&#252;r meine Arbeit, die f&#252;r sie aufregend und spannend ist.</p>
<p><em>VITA 34 ist noch ein vergleichsweise junges Unternehmen. Was glauben Sie, denken die Menschen in 50 Jahren &#252;ber das Unternehmen?</em> Hier muss gar nicht so weit in die Zukunft geschaut werden. Denn schon jetzt wissen die Menschen, dass wir auf dem Gebiet Nabelschnurblut Pionierarbeit leisten. Schlie&#223;lich haben wir inzwischen das Nabelschnurblut von &#252;ber 50.000 Kindern eingelagert. Doch wir bewahren es nicht nur auf, sondern setzen die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die wir erwerben, auch in die Praxis um.</p>
<p>a</p>
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		<item>
		<title>Kai Blasberg: &#8220;Viele Dinge kann man nicht &#228;ndern, die Einstellung dazu aber schon!&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Aug 2008 15:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[TV/Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Kai Blasberg Â» Tele5]]></category>

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		<description><![CDATA[
Tele5 hat sich einem der gr&#246;&#223;ten Privatsender unter den &#8220;Kleinen&#8221; gemausert. Nicht zuletzt durch die Gesch&#228;ftsleitung, an deren Spitze Kai Blasberg steht. Der Kopf des M&#252;nchner Privatsenders stand der 100visions-Redaktion Rede und Antwort &#252;ber Sein, Werden und Menschen, die sein Leben ver&#228;ndert haben.
Haben Sie eigentlich Zeit f&#252;r ein ausf&#252;hrliches Interview? Ein guter Manager hat doch [...]<p>a</p>
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<p class="MsoPlainText">Tele5 hat sich einem der gr&#246;&#223;ten Privatsender unter den &#8220;Kleinen&#8221; gemausert. Nicht zuletzt durch die Gesch&#228;ftsleitung, an deren Spitze <strong>Kai Blasberg</strong> steht. Der Kopf des M&#252;nchner Privatsenders stand der 100visions-Redaktion Rede und Antwort &#252;ber Sein, Werden und Menschen, die sein Leben ver&#228;ndert haben.<span id="more-43"></span></p>
<p class="MsoPlainText"><em>Haben Sie eigentlich Zeit f&#252;r ein ausf&#252;hrliches Interview? </em><o:p></o:p>Ein guter Manager hat doch immer Zeit.<o:p></o:p></p>
<p class="MsoPlainText"><em>Welche Bedeutung hat Zeit f&#252;r Sie und was w&#228;re dann, Ihrer Meinung nach, Verschwendung von Zeit? </em>Gegenfrage: Gibt es Zeit eigentlich ? Wenn es sie nicht gibt, kann man sie dann verschwenden? Und wer in sich ruht, verschwendet doch nie etwas.<o:p></o:p></p>
<p><o:p></o:p><em> Erz&#228;hlen Sie mir etwas &#252;ber unl&#246;sbare Konflikte, die Sie in Ihrem Job <o:p></o:p>schon erlebt haben. </em>Wenn man die Zukunft erkennt und sieht, dass es keinen Sinn macht. Dann geht<o:p></o:p> man von da weg, wo man ist, aber das ist ja auch eine L&#246;sung. Grunds&#228;tzlich gibt es viele Dinge, die man nicht &#228;ndern kann. Aber immer kann man seine Einstellung und sein Verhalten dazu ver&#228;ndern.<o:p></o:p></p>
<p class="MsoPlainText"><o:p> </o:p><em>Wie stehen Sie zu Moral im Gesch&#228;ftsleben. Ist sie eine Voraussetzung oder eher ein Hemmschuh &#8211; f&#252;r ein gutes Gesch&#228;ft? </em>Moral ist Ausf&#252;hrungsbestimmung und ver&#228;nderbar. Ethik ist Grundsatz und<o:p></o:p> sollte beachtet werden. Von daher ist Moral oft st&#246;rend und meist nicht ganz ehrlich.<o:p></o:p></p>
<p class="MsoPlainText"><em> Wenn Sie in zehn Jahren zur&#252;ckblicken werden &#8211; worauf sollte Ihre <o:p></o:p>Branche dann besonders stolz sein? </em>Die Menschen gut zu unterhalten und sie zumindest nicht zu verbl&#246;den. Und das ein oder andere wichtige Ereignis gestaltet zu haben.<o:p><br />
</o:p></p>
<p class="MsoPlainText"><em>Ein sicherer Trend der Zukunft ist auch das steigende Durchschnittsalter. Was denken Sie, welche Folgen dies f&#252;r Ihre Branche haben wird? </em>Die Betrachtungsweise wird sich &#228;ndern. Schon immer in den letzten 20 Jahren waren die meisten Kunden im TV die &#196;lteren. Nur, dass sie in Zukunft auch vermarktbar sein werden.<o:p></o:p></p>
<p class="MsoPlainText"><em>Gab es einen Menschen in Ihrer Laufbahn, der Sie ver&#228;ndert hat? Und <o:p></o:p>wie geschah dies?</em><o:p></o:p>Leider gibt es f&#252;r Talente immer zuwenig Leitbilder, da Business doch sehr real ist und Heroen nicht zul&#228;sst. Aber in meiner Branche waren Helmut Thoma und Georg Kofler wichtig, weil sie Mut und Verantwortung kombinieren konnten, Leo Kirch, weil er eine Vorstellung und Gerissenheit hatte. J&#252;rgen Knauss f&#252;r seine Gelassenheit ist zu nennen, und in der Branche selbst auch meine Freunde Gunnar Klink und Nico Paalzow, weil sie tolle Menschen sind und Niederlagen gut weggesteckt haben und sich immer treu blieben.<o:p></o:p></p>
<p class="MsoPlainText"><em>Wir leben im Zeitalter der Individualisierung, wie schl&#228;gt sich das auf unsere Zukunft nieder?</em><o:p></o:p> Da es Menschenfeindlich ist, gar nicht so sehr. Wir haben , glaube ich, die Talsohle erreicht. Solidarit&#228;t ist etwas zutiefst Menschliches und wird am Ende die Oberhand behalten.<o:p></o:p></p>
<p class="MsoPlainText"><em>Macht Ihnen die immer st&#228;rker werdende Abh&#228;ngigkeit von Technik Angst?</em><o:p></o:p> Nein. Ich kann sie bestimmen. Aber wir m&#252;ssen in der Ausbildung junger Menschen immer mehr darauf achten, dass Technik und Ihr Nutzen erkl&#228;rt wird und der verantwortungsvolle Umgang mit ihr.<o:p></o:p></p>
<p class="MsoPlainText"><em>W&#252;rden Sie sich als Vision&#228;r bezeichnen? </em>W&#252;rde ich nicht nur, tue ich sogar :-)<o:p></o:p></p>
<p class="MsoPlainText"><em>Wenn das so ist, dann sagen Sie mir etwas &#252;ber die Zukunft, dass ich Ihrer Meinung nach unbedingt wissen sollte.</em><o:p> </o:p>Die Menschen wollen lieben und geliebt werden. Und wir sollten langsamer werden. Es ist alles etwas zu schnell und belanglos geworden.</p>
<p class="MsoPlainText"><em>Abschlie&#223;ende Frage: </em><em>Wenn Sie ein Superheld sein k&#246;nnten, welche Superkraft w&#252;rden Sie w&#228;hlen und warum? </em>Die reine Vernunft einhauchen zu k&#246;nnen.</p>
<p>a</p>
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		<title>Andreas Giger: &#8220;Der wahre Wohnluxus der Zukunft &#8211; Raum, Ruhe und Stille&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Apr 2008 22:08:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[MobilitÃ¤t]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Giger Â» Zukunfts-Philosoph]]></category>

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		<description><![CDATA[
Nachdem wir hier vor wenigen Tagen unser Interview mit Eric Malitzke &#252;ber modernes Nomadentum und Mobilit&#228;tsverst&#228;ndnis ver&#246;ffentlich haben, fanden wir nunmehr eine interessante &#8220;Gegenposition&#8221; von Zukunftsforscher Andreas Giger: Der Schweizer Sozialwissenschaftler ver&#246;ffentlicht n&#228;mlich auf seiner Website ein Interview mit dem Titel &#8220;Mobilit&#228;t an sich ist kein erstrebenswertes Ziel mehr&#8220;.
Dort beantwortet er Fragen wie: &#8216;Kilometerhohe Wolkenkratzer, [...]<p>a</p>
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<p>Nachdem wir hier vor wenigen Tagen unser Interview mit <a href="http://www.100visions.de/mobilitaet/eric-malitzke-wir-werden-irgendwann-den-luxus-nicht-mehr-erkennen" target="_blank">Eric Malitzke</a> &#252;ber modernes Nomadentum und Mobilit&#228;tsverst&#228;ndnis ver&#246;ffentlich haben, fanden wir nunmehr eine interessante &#8220;Gegenposition&#8221; von Zukunftsforscher <strong>Andreas Giger</strong>: Der Schweizer Sozialwissenschaftler ver&#246;ffentlicht n&#228;mlich auf seiner Website ein Interview mit dem Titel &#8220;<a href="http://www.gigerheimat.ch/Worte/sz-wohnzukunft.html" target="_blank">Mobilit&#228;t an sich ist kein erstrebenswertes Ziel mehr</a>&#8220;.</p>
<p>Dort beantwortet er Fragen wie: &#8216;Kilometerhohe Wolkenkratzer, organische Erdh&#228;user &#8211; in welche Richtung wird sich das Wohnen tats&#228;chlich entwickeln?&#8217; oder &#8216;Was wird der wahre Wohnluxus der Zukunft sein?&#8217; Auf letztere Frage antwortete er &#252;brigens mit: &#8220;<em>&#8230;Raum, Ruhe und Stille.</em>&#8221; Mehr Antworten und mehr Fragen dazu gibt es <strong><a href="http://www.gigerheimat.ch/Worte/sz-wohnzukunft.html" target="_blank">hier</a></strong> im kompletten Interview mit Giger&#8230;</p>
<p>a</p>
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		</item>
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		<title>Caterina Jolig: â€žWer Angst vor dem Abstellgleis hat, ist selber schuldâ€œ</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Apr 2008 06:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[MobilitÃ¤t]]></category>

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Der Name Saab steht f&#252;r Svenska Aeroplan Aktiebolaget â€“ das Unternehmen wurde urspr&#252;nglich als Flugzeugfabrik zur Herstellung von Milit&#228;rmaschinen gegr&#252;ndet. Heute positioniert sich Saab als Anbieter f&#252;r Individualisten. Caterina Jolig, Saab-Chefin in Leipzig, spricht im zweiten Teil des gemeinsamen Interviews mit Kay A. Sch&#246;newerk und Annegret Freitag &#252;ber Verschwendung von Zeit, Robinson-Clubs â€“ und Highspeed [...]<p>a</p>
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<p><img src="http://www.100visions.de/wp-content/uploads/2008/04/712.jpg" alt="712.jpg" width="485" height="352" /></p>
<p>Der Name Saab steht f&#252;r Svenska Aeroplan Aktiebolaget â€“ das Unternehmen wurde urspr&#252;nglich als Flugzeugfabrik zur Herstellung von Milit&#228;rmaschinen gegr&#252;ndet. Heute positioniert sich Saab als Anbieter f&#252;r Individualisten. <strong>Caterina Jolig</strong>, Saab-Chefin in Leipzig, spricht im <em>zweiten Teil</em> <em>des gemeinsamen Interviews</em> mit <a href="http://www.jamandchips.de" target="_blank">Kay A. Sch&#246;newerk</a> und <a href="http://www.kesselhaus-blog.de" target="_blank">Annegret Freitag</a> &#252;ber Verschwendung von Zeit, Robinson-Clubs â€“ und Highspeed als Lebensmotto. Und sie beantwortet die Frage, f&#252;r welchen Blick in die Zukunft sie Lebensjahre opfern w&#252;rde. <span id="more-27"></span></p>
<p><em>Was ist denn Zeitverschwendung f&#252;r Sie?</em> Ich verschwende keine Zeit. Ich weiss aber, was Sie meinen. F&#252;r mich w&#228;re Zeitverschwendung daher zum Beispiel ein Urlaub, in dem ich etwas mache, was ich eigentlich gar nicht machen will. Ich denke da zum Beispiel an den Robinson-Club, wo mir vorgeschrieben wird, wie der Tag auszusehen hat und wo meine Aktivit&#228;ten gelenkt werden. Nein â€“ ich will mich nicht lenken lassen. Das k&#246;nnte ich auch nicht genie&#223;en. Das w&#228;re beispielsweise in meinen Augen Zeitverschwendung. Auch wenn man mir eine Reise schenken w&#252;rde, in einem solchem Rahmen, w&#252;rde ich die nett ablehnen, weil es mir zu schade w&#228;re um die Zeit. Da w&#228;re ich wirklich lieber in Mecklenburg an der Seenplatte &#8211; und w&#252;rde ganz individuell Urlaub machen.</p>
<p><em>Sie beschreiben sich als Familienmensch. Aber der Trend in Deutschland geht ja eigentlich eher in eine andere Richtung, weg von Familie. Die These ist, dass wir uns weniger Kinder leisten, weil Kinder Zeit brauchen, die nicht in Geld verrechenbar ist.</em> Es gibt ja auch Eltern, die haben viel Zeit und es kommt trotzdem nicht das Ergebnis, das gew&#252;nscht ist. Also ich denke nicht, dass man sagen kann, wenn ich im Gesch&#228;ftlichen so engagiert bin, habe ich keine Zeit, Kinder gro&#223;zuziehen oder auf erfolgreiche Bahnen zu lenken. Das, glaube ich, ist falsch. Sie werden doppelt beansprucht, das ist richtig. Und da muss man eine L&#246;sung f&#252;r sich finden. Kinder sind wichtig. Und eine Familie nimmt ja nicht nur â€“ sie gibt einem unheimlich viel. Wenn ich mein Kind gl&#252;cklich sehe, dann ist das f&#252;r mich auch ein sehr, sehr gutes Gef&#252;hl und das m&#246;chte ich auch nicht missen.</p>
<p><em>Nehmen Kinder Zeit anders wahr?</em> Das tun sie, weil sie ja auch in viel weniger Sachzw&#228;ngen stecken als Erwachsene. Wenn sie dem Kind aber die M&#246;glichkeit einr&#228;umen, an Ihrem Leben teilzunehmen, dann sieht das Kind auch, wie schnell die Zeit vergehen kann â€“ also wie wenig Zeit â€žin der Welt der Erwachsenenâ€œ da sein kann â€“ oder nat&#252;rlich, wie viel Zeit da sein kann.</p>
<p><em>Sie sagten vorhin, dass Ihnen etwas gegen den Strich l&#228;uft, wenn andere Ihre Zeit bestimmen, wie im Robinson-Club. Was halten Sie denn von Ladenschlusszeiten?</em> Ich bin gegen Ladenschlusszeiten. Ich finde es zum Beispiel sehr sch&#246;n, wie es in Amerika gehandhabt wird, wo rund um die Uhr alles offen ist. F&#252;r die Mitarbeiter andererseits ist es nat&#252;rlich eine ganz schwierige Situation. Aber f&#252;r mich pers&#246;nlich steht der Kundenwunsch vor der Laden&#246;ffnungszeit. Soll hei&#223;en: Ich arbeite auch am Sonnabend. Ich arbeite auch am Sonntag. Aber ich kann das nicht von den Angestellten verlangen. Ich kann es mir w&#252;nschen. Also ich kann sagen: â€žPass auf, wir haben eine Veranstaltung, die ist am Sonnabend und die geht bis Sonnabend Nacht. Es w&#228;re sch&#246;n, wenn Du das Team unterst&#252;tzen k&#246;nntest.â€œ Und da hat sich eigentlich noch keiner verwehrt mit der Argumentation, dass er am Wochenende nicht arbeitet.</p>
<p><em>Highspeed ist ja ein modernes Lebensmotto. K&#246;nnen Sie das nachvollziehen?</em> Highspeed, also st&#228;ndig am Limit agieren und leben, ist gef&#228;hrlich, wenn Sie nicht auf Ausgewogenheit achten. Im Privaten f&#228;nde ich dieses Highspeed-Leben noch nicht mal so schlimm â€“ so nach dem Motto: Alles mitnehmen. Aber im Gesch&#228;ftsleben finde ich es gef&#228;hrlich. Das f&#252;hrt dazu, dass man vergisst, Luft zu holen, dass man gesundheitlich abbaut. Dann kommt zu schnell die Quittung. Das hei&#223;t, die Autobahn von Leipzig nach Hamburg sollte man nicht in vier Stunden durchrei&#223;en, sondern sich die Zeit nehmen, irgendwo in Ruhe Mittagessen zu gehen. Sowas ist wichtig â€“ die kleinen Ruhepole im Alltag. Den Blick f&#252;r drau&#223;en haben, genie&#223;en.</p>
<p><em>Was sind denn Ihre Lieblingsrastst&#228;tten?</em> Landgasth&#246;fe. Also nicht Autobahnrastst&#228;tten, sondern von der Autobahnabfahrt runter und den n&#228;chsten Landgasthof ansteuern.</p>
<p><em>Sind Sie als Verkehrsteilnehmerin Rechtsfahrer?</em> Eher Mittelspur. Saabfahrer sind die, die nicht die linke Spur permanent blockieren. Die zeigen zwar gerne mal, was in ihrem Auto steckt, aber ziehen sich dann auch wieder auf ein gem&#252;tlicheres Tempo zur&#252;ck.</p>
<p><em>Gehen wir mal in eine g&#228;nzlich andere Richtung: Klassische Literatur, der alte Goethe: Faust und Mephisto haben einen Pakt geschlossen, dass Faust f&#252;r Mephistos Hilfe bei der Suche nach Erkenntnissen Lebensjahre opfert. Wof&#252;r w&#252;rden Sie denn Lebensjahre opfern? Wof&#252;r w&#252;rden Sie sagen, da gebe ich Zeit ab?</em> Ich w&#252;rde gerne mal in die Zukunft schauen. Es w&#252;rde mich brennend interessieren, was aus Deutschland in den n&#228;chsten Jahren wird. Nach Wahlen ist das immer so ein Innehalten, so eine Unsicherheit bei allen. Jeder scheint sich zu fragen: Was ist denn jetzt? Was passiert denn jetzt? Es w&#252;rde mich wirklich interessieren, wie es in zehn Jahren unserem Land geht. Ich w&#252;rde f&#252;r diese Erkenntnis zwei Jahre opfern, glaube ich.</p>
<p><em>Um zehn Jahre nach vorn zu schauen?</em> Ja, um zehn Jahre nach vorn zu schauen.</p>
<p><em>Aber wie sieht es mit der pers&#246;nlichen Zukunft aus: Irgendwann biegt Ihr Sohn ab und f&#228;hrt auf eine andere Autobahn. Haben Sie dann Angst vor dem Leben nach dem Highspeed? Was passiert, wenn Ihr Leben ruhiger wird? </em>Die Familie wird ruhiger, weil vielleicht das Kind nicht mehr da ist. Im Job â€“ nun ja, irgendwann gibt man den vielleicht an einen Nachfolger ab. Aber ich habe keine Angst vor dem ber&#252;hmten Abstellgleis. Denn schlie&#223;lich habe ich die Entwicklung selbst in der Hand. Und die Bed&#252;rfnisse eines Menschen &#228;ndern sich ja mit der Zeit. Wichtig ist, dass man immer mit sich und dem Leben zufrieden ist. Das ist eigentlich mein Ziel. Und wer Angst hat vor dem Abstellgleis, der ist selbst schuld, das ist meine Meinung. Denn ich bin ganz allein verantwortlich f&#252;r das, was ich aus meinem Leben mache. Und dann bin ich eben auch selbst schuld, wenn ich etwas nicht mache, was ich eigentlich unbedingt realisieren m&#246;chte. Und ich pers&#246;nlich m&#246;chte keine Masse an W&#252;nschen mit mir herum tragen â€“ sondern ich will sie umgesetzt haben. Und das habe ich bisher und deshalb bin ich auch zufrieden und schaue ohne Angst in die Zukunft. Aber wenn dann irgendwann der Punkt kommt, wo ich sage, es ist mir doch zu abenteuerlich, immer diese Experimente zu machen, dann kann ich ja langsam einen Gang runterschalten.</p>
<p><em>Vielen Dank f&#252;r das Gespr&#228;ch! </em></p>
<p>a</p>
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		<title>Caterina Jolig: â€žIch lasse mich nicht lenken â€“ das w&#228;re Zeitverschwendungâ€œ</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Apr 2008 22:35:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[MobilitÃ¤t]]></category>
		<category><![CDATA[Caterina Jolig Â» Saab Deutschland]]></category>

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Caterina Jolig, Saab-Chefin in Leipzig, spricht im Interview mit Kay A. Sch&#246;newerk und Annegret Freitag &#252;ber Umwege im Berufsleben, notwendige Blicke in den R&#252;ckspiegel â€“ und die Bedeutung ganz pers&#246;nlicher Bremsman&#246;ver. Und sie beantwortet die Frage, ob wir nicht doch im Grunde alle Saab-Fahrer sind. Nachfolgend Teil 1 des Interviews &#8211; Fortsetzung folgt.
Frau Jolig, haben [...]<p>a</p>
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<p><img src="http://www.100visions.de/wp-content/uploads/2008/04/sshot-130-4702.jpg" alt="sshot-130-4702.jpg" /></p>
<p><strong>Caterina Jolig</strong>, Saab-Chefin in Leipzig, spricht im Interview mit <a href="http://www.4iMEDIA.com" target="_blank">Kay A. Sch&#246;newerk</a> und <a href="http://www.4iMEDIA.com/CP" target="_blank">Annegret Freitag</a> &#252;ber Umwege im Berufsleben, notwendige Blicke in den R&#252;ckspiegel â€“ und die Bedeutung ganz pers&#246;nlicher Bremsman&#246;ver. Und sie beantwortet die Frage, ob wir nicht doch im Grunde alle <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Saab" target="_blank">Saab-Fahrer</a> sind. <em>Nachfolgend Teil 1 des Interviews &#8211; Fortsetzung folgt.</em><span id="more-26"></span></p>
<p><em>Frau Jolig, haben Sie eigentlich Zeit f&#252;r ein ausf&#252;hrliches Interview?</em> Die Zeit habe ich mir genommen.</p>
<p><em>Welche Bedeutung hat Zeit f&#252;r Sie?</em> Sie ist wichtig, sehr wichtig. Und nie in ausreichendem Ma&#223;e vorhanden. Nat&#252;rlich ist dabei Organisation alles und nat&#252;rlich sollte man sich immer auf das Wesentliche konzentrieren, sich nicht verzetteln â€“ so lautet der Aspruch der Leistungsgesellschaft. Aber man darf dar&#252;ber auf keinen Fall vergessen, auch mal Dinge auszuprobieren. Sonst k&#246;nnen Sie so effizient arbeiten, wie Sie wollen â€“ Sie bleiben irgendwo auf einem Punkt stehen. Dieses Ausprobieren ist es, was uns voran bringt. Da geh&#246;rt neben dem Zeitnehmen sicher auch Mut dazu â€“ weil es immer leichter ist, auf bekannten, ausgetretenen Pfaden zu gehen. Und sicher holt man sich auch mal einen Nasenst&#252;ber, weil ja auch nicht alles so klappt, wie man sich das von der Idee her vorgestellt hat. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich das Ausprobieren auszahlt. Und deshalb nehme ich mir die Zeit.</p>
<p><em>Haben Sie eigentlich auch mal Zeit in den R&#252;ckspiegel zu schauen?</em> Man muss. Schon allein, um Ergebnisse zu messen, muss man in den R&#252;ckspiegel schauen. Wer sich diese Zeit nicht nimmt, dem hilft der Blick nach vorn bald auch nicht mehr weiter. Das Problem dabei ist, dass man, wenn es einem sehr gut geht, ganz schnell vergessen kann, dass es auch andere Zeiten gibt. Ich bin eigentlich ein Sicherheitsmensch â€“ und deshalb sichere ich Vergangenes auch durch den Blick in den R&#252;ckspiegel ab.</p>
<p><em>Wann treten Sie auf die Bremse?</em> Das kann ich Ihnen noch nicht sagen. Ich habe noch nie eine Bremse getreten â€“ also, im metaphorischen Sinn. Aber es gibt regelm&#228;&#223;ig Zeiten, wo ich langsamer fahre, mich ausklinke, wo ich einfach eine Erholungsphase brauche. Das kann ein Urlaub sein oder einfach ein paar ruhige Stunden daheim. Zum â€žAusklinkenâ€œ fahren wir gern in Familie an die Mecklenburger Seenplatte. Und f&#252;r die Erholung daheim muss ich eigentlich nur vor die Haust&#252;r treten. Ich war beispielsweise jetzt eine Woche lang jeden Tag joggen im Wald, eine Stunde, ganz in Ruhe. Und dann kommen Ideen. Also man l&#228;uft und l&#228;uft, und dann kommen die Ideen. Und dann mache ich mich ans Ausprobieren.</p>
<p><em>Also sind Sie mit dem Kopf immer bei der Arbeit. Was sagt die Familie dazu?</em> Es hei&#223;t ja so sch&#246;n, man solle sich den Kopf frei machen. Aber warum eigentlich? Wenn ich beim Joggen die besten Ideen habe â€“ warum soll ich mich dann dazu zwingen, lieber &#252;ber gar nichts weiter nachzudenken, als &#252;ber die n&#228;chste Baumwurzel auf meinem Weg. Im Gegenteil: Das strengt an. Das andere, das st&#228;ndige Gedankenmachen, das bringt voran â€“ und ich brauche es. Aber dass ich &#252;ber die Arbeit nachdenke, hei&#223;t ja nicht, dass ich von nichts anderem spreche. Wenn ich nach Hause komme, lege ich den Schalter um und es wird nicht mehr von der Arbeit gesprochen. Ich mache mir nur Gedanken und genie&#223;e ansonsten die Ruhephase â€“ das klappt.</p>
<p><em>Das klingt nach zwei Seelen in einer Brust.</em> Das sind zwei Seelen, die zeitgleich auch miteinander agieren. Gedanklich die Firma und rein &#228;u&#223;erlich die Familie. Nat&#252;rlich &#252;berlegt man manchmal, wie man das alles unter einen Hut kriegen soll. Das sind oft ganz lapidare Sachen â€“ Hausaufgaben machen und das Kind auf seinem Weg, also auf der geraden Bahn halten und gleichzeitig trotzdem dieselben Hundert Prozent auch noch im Betrieb funktionieren. Aber irgendwie klappt es. Und es ist auch nicht so, dass da zwei Seiten an mir zerren und ich quasi auseinander zu brechen drohe. Statt auseinander, zieht mich die Kombination Arbeit plus Familie nach vorn. Ich hole mir in der Familie die Energie, die ich f&#252;r die Arbeit brauche.</p>
<p><em>Wenn es privat stimmt, dann ist auch die Energie dort ganz stark?</em> Ja, aber wenn es dort kriselt und man merkt, man bringt das nicht unter einen Hut, dann fehlt einem auch ein ganzes St&#252;ck Kraft f&#252;r den Betrieb. Ein sch&#246;nes Beispiel: Mein Sohn meinte neulich, einerseits f&#228;nde er meinen Job toll, weil alle sagen seine Eltern seien so erfolgreich. Aber andererseits, sagte er, w&#252;rde er sich auch w&#252;nschen, ein bisschen mehr von mir zu haben. Daf&#252;r haben wir jetzt eine L&#246;sung gefunden: Er kommt oft hier mit her und er unterst&#252;tzt uns auch bei Veranstaltungen. Das ist doch eine ideale Kombination. Ansonsten ist der private Bereich in meinen Augen daf&#252;r da, um sich rundum wohl zu f&#252;hlen.</p>
<p><em>Bedeutet das nicht, dass Sie den Ruhepol, den Sie zu Hause haben, jetzt in diesen Arbeitsstrudel mit hineinziehen?</em> Ich bin eigentlich immer privat. (lacht) Also eigentlich ist das alles ein komplettes Ganzes. Ich glaube, wenn man anf&#228;ngt, das bewusst zu analysieren und Gesch&#228;ft und zu Hause strikt trennt, dann fehlt einem ein klein bisschen Spa&#223; an der Arbeit. Dann f&#228;ngt man schon an, in die Richtung zu gehen, dass man sagt, ich bin genervt, dass ich zw&#246;lf Stunden auf Arbeit bin und wei&#223; nicht, wie ich es so richtig schaffen soll und h&#228;tte auch gerne mal ein bisschen mehr Urlaub. Ich glaube, wenn man anf&#228;ngt so zu denken, dann fehlt irgendwo ein bisschen Spa&#223;.</p>
<p><em>Egal, aus welchem Grund das so ist?</em> Ja, nat&#252;rlich k&#246;nnte man sich auch hinsetzen und sagten: Och, die Wirtschaft, die ist so z&#228;h und das Ganze ist so z&#228;h. Ich habe auch H&#228;ndlerkollegen, die schimpfen â€“ die schimpfen nur. Ich habe noch nie gesehen, dass die mal sagen: â€žDer Monat war jetzt richtig gut, ich bin eigentlich zufrieden damit.â€œ Ich brauche den Spa&#223; am Job als Energiefaktor, als Ideenfaktor. Sonst tritt man irgendwo auf der Stelle. Und da ist dann keine Entwicklung mehr da. Und dann arbeitet man zwar, um den Betrieb am Leben und am Laufen zu erhalten. Aber dann bleibt keine Energie und Kreativit&#228;t, um den Betrieb weiter zu entwickeln.</p>
<p><em>Muss der Job zum Lebensinhalt werden, um erfolgreich zu sein?</em> Mit Angestelltenmentalit&#228;t kommt man jedenfalls nicht weiter. Mein pers&#246;nliches Ziel ist, aus dem Ganzen einen Namen zu machen â€“ also aus der Marke. Und nicht nur die Arbeit zu sehen. Sie ist tats&#228;chlich mein Lebensinhalt, das stimmt. Und ich f&#252;hre hier neun Menschen und ich gebe denen irgendwo eine Zukunft und ich gebe denen die M&#246;glichkeit, sich zu entwickeln. So muss es sein, das brauche ich. Und bei sowas k&#246;nnen Sie privat und gesch&#228;ftlich nicht trennen. Das ist ein Ganzes.</p>
<p><em>Richtig Fahrt kann man doch nur aufnehmen, wenn man alleine ist, wenn man Individualist ist. Kann man in der Gemeinschaft noch schnell sein, im Team?</em> Ich muss mit dem Team schnell sein. Und es gibt ja zwei Arten von Individualisten. Es gibt diejenigen, die die zwei Welten haben, also am Tag ihren Job machen und danach der Freizeitmensch sind und es gibt die, die das gerne alles verbinden. Und ich glaube, man hat mehr Spa&#223;, wenn man das in beiden F&#228;llen â€“ im Gesch&#228;ft und privat â€“ mit anderen auslebt. Und ist Erfolg wirklich, dass man viel Geld hat und alleine auf weiter Flur steht? Dass man sagt, ich habe jetzt geschafft, was ich will? Ich habe jetzt meinen Spitzenjob, ich habe meinen Spitzenverdienst? Oder ist es nicht viel befriedigender, wenn da noch jemand mit einem zusammen steht?</p>
<p><em>Leben wir trotzdem in einer Welt voller Individualisten? Sind wir nicht alle Saabfahrer?</em> Ich glaube, es gibt einen gro&#223;en Teil, der seinen Individualismus nicht auslebt, oder es sich nicht getraut, ihn auszuleben. Nehmen wir ein Beispiel aus meinem Gesch&#228;ftsbereich: Es getraut sich zum Beispiel nicht jeder, ein Cabrio zu fahren, also im offenen Zustand. Offen durch die Stadt fahren? Lieber nicht. Ich will nicht gesehen werden. Warum will ich nicht gesehen werden? Ich sage, wenn es Ihnen gut geht, k&#246;nnen Sie das doch auch nach au&#223;en ausstrahlen. Aber es gibt zu viele Neider â€“ da m&#246;chte man keine Missgunst auf sich ziehen. Diese Angst, zu zeigen, mir gehtâ€™s gut, ich f&#252;hle mich wohl. Ich behaupte, also &#252;ber die H&#228;lfte der Menschen getraut sich nicht, sich auszuleben. Der Individualist ist in jedem drin, und Sie k&#246;nnen ihn auch anregen, raus zu kommen. Aber ich glaube, viele verstecken sich in einer H&#252;lle. Dasselbe trifft zum Beispiel zu, wenn jemand sagt: â€žIch m&#246;chte einmal mit einem Gleitschirm fliegen.â€œ oder â€žIch m&#246;chte einmal Bungee-Jumping machen.â€œ â€“ Aber selbst wenn er mal die Gelegenheit dazu hat: Er macht es letztendlich nie.</p>
<p>Fortsetzung folgt&#8230;</p>
<p>a</p>
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		<title>Andreas Otter: &#8220;Hier werden L&#246;wen nicht so einfach auf die Stra&#223;e gelassen&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Mar 2008 18:07:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Otter Â» Deloitte & Touche]]></category>

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Ein bisschen mehr Kapitalismus w&#252;rde Deutschland sehr gut tun, meint Andreas Otter, Partner der Wirtschaftspr&#252;fungsgesellschaft Deloitte &#38; Touche. Dabei d&#252;rfe die Moral jedoch nicht auf der Strecke bleiben. Kay A. Sch&#246;newerk und Annegret Freitag trafen ihn im Club International in Leipzig zum Interview und sprachen mit dem Unternehmer &#252;ber Monopoly, Kinder, Sport und die Zukunft [...]<p>a</p>
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<p>Ein bisschen mehr Kapitalismus w&#252;rde Deutschland sehr gut tun, meint <strong>Andreas Otter</strong>, Partner der Wirtschaftspr&#252;fungsgesellschaft Deloitte &amp; Touche. Dabei d&#252;rfe die Moral jedoch nicht auf der Strecke bleiben. <a target="_blank" href="http://www.xing.com/profile/KayA_Schoenewerk">Kay A. Sch&#246;newerk</a> und <a target="_blank" href="http://www.xing.com/profile/AnnegretJ_Freitag">Annegret Freitag</a> trafen ihn im Club International in Leipzig zum Interview und sprachen mit dem Unternehmer &#252;ber <em>Monopoly</em>, <em>Kinder</em>, <em>Sport </em>und die <em>Zukunft unserer </em><em>Gesellschaft </em>in einer Welt, die von <em>Geld und Macht </em>regiert wird.<span id="more-16"></span></p>
<p><em>Sprechen Sie &#252;ber Geld?</em> Wenn die Menschen nicht &#252;ber Geld sprechen w&#252;rden, w&#228;re ich als Wirtschaftspr&#252;fer arbeitslos. Ich spreche den ganzen Tag &#252;ber Geld â€“ und interessiere mich f&#252;r alles, was damit zu tun hat.</p>
<p><em>Haben Sie je Monopoly gespielt?</em> Ja, das habe ich in der Tat getan. Mein Schwager ist Fan dieses Spiels. Aber dabei geht es darum, sein Geld m&#246;glichst schnell zu vermehren. Mehr nicht. Deshalb sehe ich keinen tieferen Sinn darin.<br />
<em><br />
Wozu verwenden Sie denn Ihr Geld sinnvoll?</em> Das &#228;ndert sich mit jedem Lebensabschnitt. W&#228;hrend meiner Jugend habe ich viel Geld in meine Ausbildung investiert. Das war relativ teuer. Dann habe ich angefangen, die Wohnung mit meiner Familie einzurichten. Jetzt flie&#223;t das Geld in den Hausbau, in Richtung meiner Kinder und in eine Reihe gemeinn&#252;tziger Projekte. So unterst&#252;tze ich alles, was ich f&#252;r wichtig halte.</p>
<p><em>Wie lernen Ihre Kinder den Umgang mit Geld?</em> Ich habe als Kind nie Taschengeld bekommen. Mit meiner Frau habe ich daher sehr lange diskutiert, wie wir das handhaben wollen â€“ und wir haben uns f&#252;r ein kleines Taschengeld entschieden. Unsere Tochter hat das sehr gut aufgenommen. Einen Teil gibt sie aus, einen Teil spart sie. Von daher glaube ich, dass sie schon ein ganz vern&#252;nftiges Verh&#228;ltnis zu Geld hat.</p>
<p><em>Herr Otter, wenn Sie eine Million Euro zu verschenken h&#228;tten, was w&#252;rden Sie damit machen?</em> Ich denke, das ist ziemlich schwierig. Soviel Geld habe ich noch nie zu verschenken gehabt. (lacht) Aber wenn ich das h&#228;tte, w&#252;rde ich vermutlich die H&#228;lfte davon spenden. An eine Stiftung, die sich mit der F&#246;rderung des deutschen Leistungssports in der Region besch&#228;ftigt.</p>
<p><em>Sie interessieren sich f&#252;r Sport?</em> Ich habe fr&#252;her Zehnkampf gemacht, Leichtathletik. Heute wird zu wenig f&#252;r den Leistungssport und die Entwicklung junger Leute getan. Daf&#252;r w&#252;rde ich das Geld ausgeben. Die andere H&#228;lfte des Geldes w&#252;rde ich aufwenden, um den International Club Leipzig zu unterst&#252;tzen. Denn dessen Anliegen, das Zusammenkommen von Menschen aus verschiedenen L&#228;ndern, halte ich bei der heutigen Globalisierung f&#252;r sehr wichtig. Schlie&#223;lich kann man nur Verst&#228;ndnis f&#252;reinander haben, wenn man miteinander redet.</p>
<p><em>Macht Geld gesellschaftsf&#228;hig?</em> Da bin ich nicht so sicher. Wenn ich an Leute wie Paris Hilton denke â€“ die w&#252;rde wahrscheinlich kein Mensch anschauen, wenn sie nicht Erbin der Hotelkette w&#228;re. Insofern kann Geld tats&#228;chlich dazu beitragen, jemanden in gewisser Weise gesellschaftsf&#228;hig zu machen. Wobei es immer darauf ankommt, was man mit dem Geld macht. Geld an sich, also Geld nur um Geld zu haben, finde ich eher absto&#223;end.</p>
<p><em>Ganz der Vater?</em> Vielleicht. Was ich jedenfalls f&#252;r ganz wichtig halte, ist, dass man das Geld, das man ausgeben m&#246;chte, sich auch selbst erarbeiten muss. Ich habe damit schon als Jugendlicher angefangen, weil ich mir ein Motorrad kaufen wollte. Meine Eltern sagten, da musst du eben arbeiten gehen. Und dann bin ich an den Wochenenden Eisenbahnwaggons entladen gegangen und habe abends als Barmixer ausgeholfen. Und dann war es ein ganz tolles Gef&#252;hl, das Geld wieder auszugeben, f&#252;r das man selbst hart gearbeitet hat. Ich glaube, dass das eine ganz wichtige Erfahrung ist. Menschen sollten lernen, was arbeiten hei&#223;t. N&#228;mlich nicht nur, mit dem Stift am Schreibtisch zu sitzen, sondern richtig k&#246;rperlich arbeiten zu m&#252;ssen f&#252;r sein Geld.</p>
<p><em>Verdirbt Geld den Charakter?</em> Geld an sich ist nicht gut oder schlecht. Darum kann es auch nicht den Charakter eines Menschen verderben. Jeder Mensch muss mit sich selbst ausmachen, wof&#252;r er sein Geld verwendet. Bill Gates zum Beispiel hat angeblich nicht vor, seinen Kindern Geld zu hinterlassen, obwohl er der reichste Mann der Welt ist. Er hat lieber sechs Milliarden Dollar gespendet. F&#252;r die Unterst&#252;tzung von Forschungsvorhaben gegen Aids und f&#252;r Projekte in der Dritten Welt. Das finde ich recht erstaunlich. Denn sechs Milliarden sind eine Menge Geld â€“ auch f&#252;r Gates. Daher glaube ich nicht, dass Geld per se den Charakter verderben kann. Der Charakter eines Menschen ist, wie er ist. Und jemand, der viel Geld und einen schlechten Charakter hat, wird seine Geldb&#246;rse auch nicht f&#252;r gute Zwecke &#246;ffnen.</p>
<p><em>Steigt mit dem Besitz auch die moralische Verpflichtung, das Geld der Gesellschaft zur Verf&#252;gung zu stellen?</em> Ich glaube daran, dass Menschen, die besser gestellt sind, moralisch verpflichtet sind, Geld f&#252;r die Gesellschaft einzusetzen. Damit das Leben f&#252;r alle sch&#246;ner wird.</p>
<p><em>Aber es ist doch Ihr Geld, Sie haben es sich hart erarbeitet.</em> Das ist wohl richtig. Nur ist die Frage dabei wichtig, wieviel davon hat man eigentlich verdient und wie viel hat man bekommen. Also wenn jemand hingeht und sagt â€žIch bin der Donald Trump oder der Bill Gates dieser Welt und ich habe alles dieses Geld verdientâ€œ, dann muss man sagen, das sind Leute, die hatten super Ideen, haben gute Produkte auf den Markt gebracht. Aber irgendwann ist dann eine bestimmte Maschinerie in Gang gekommen, in der sehr viele Menschen daran arbeiten, damit dieser Reichtum des Einzelnen gemehrt wird. Und ob das dadurch entstehende Guthaben zur G&#228;nze der Verdienst dieser einzelnen Person ist, daran habe ich Zweifel.</p>
<p><em>Wenn es diese Person aber nicht g&#228;be, g&#228;be es auch nichts zu verdienen. </em>Ja, es ist gut, dass es diese Leute gibt mit diesen tollen Ideen. Nur die Frage, die Sie gestellt haben, war ja: Berechtigt einen der Reichtum dazu, das ganze Geld, was da verdient wird, f&#252;r sich selbst zu verwenden. Und ich glaube nicht, dass dem so ist.</p>
<p><em>Sondern? </em>Ich glaube vielmehr, dass jeder dar&#252;ber nachdenken sollte, auch einen Teil seines Geldes f&#252;r Dinge einzusetzen, die nicht im pers&#246;nlichen Bereich liegen. Was ich aber nicht so toll finde â€“ und damit haben wir ja alle zu tun â€“ ist, dass mir letzten Endes die Entscheidung dar&#252;ber, wie viel ich uneigenn&#252;tzig einsetze, in Deutschland schon in weiten Teilen der Staat abnimmt. Wir haben relativ hohe Steuern, &#252;ber die viel Geld abgezogen wird. Ich halte es jedoch f&#252;r sehr viel sinnvoller, wenn Menschen, wie es zum Bei-spiel in den USA aber auch in anderen L&#228;ndern der Fall ist, mehr die M&#246;glichkeit haben, selbst dar&#252;ber zu entscheiden wie und wo sie dieses Geld investieren. Interessant finde ich beispielsweise, dass in den Vereinigten Staaten sehr viele Menschen einfach hingehen und sagen: â€žIch finanziere Universit&#228;ten mit meinem pers&#246;nlichen Verm&#246;gen.â€œ</p>
<p><em>Das funktioniert &#252;ber Alumni-Programme oder &#252;ber Stiftungen.</em> Ja, die Harvard-University zum Beispiel hat eine der gr&#246;&#223;ten Stiftungen der USA, die in weiten Teilen die Universit&#228;t finanziert. Und das finde ich eine bemerkenswerte Sache. Dass Menschen im Grunde sagen: â€žIm Bereich der Forschung und Ausbildung muss etwas getan werden, also gebe ich mein Geld an diese Stiftung und unterst&#252;tze damit diese Universit&#228;t.â€œ Das deutsche Modell â€“ dass der Staat hingeht und das Geld einfach mit der Steuer abzieht und es dann umverteilt, dieses Modell ist nat&#252;rlich auch zur Finanzierung der Universit&#228;ten gedacht. Nur die Frage ist, kommt es da auch an?</p>
<p><em>Sie meinen, w&#252;rde man den Menschen die Entscheidung selbst &#252;berlassen, k&#228;men trotzdem viele auf den Gedanken, dass gemeinn&#252;tzig etwas getan werden muss?</em> Das glaube ich, und ich glaube auch, dass da ein gewisser gesellschaftlicher Druck entsteht. Das stellt man zum Beispiel beim Blick in die USA fest, wo Themen wie Charity und priva-te Stiftungen viel verbreiteter sind. Ich glaube nicht, dass all die Spenden und privaten Sponsorings nur darauf basieren, dass die Menschen Philantrophen mit untadeligem Charakter sind. Es gibt eher eine ganze Reihe von Motivationen wie beispielsweise das ber&#252;hmt-ber&#252;chtigte â€žTue Gutes und rede dar&#252;ber.â€œ Ich m&#246;chte nicht ausschlie&#223;en, dass da sicherlich auch ein moralischer Aspekt dabei ist. Aber es ist nat&#252;rlich auch so ein gewisser â€žMe tooâ€œ-Effekt, der die Menschen bewegt. Wo man mal so schaut, was machen andere. Aber dennoch halte ich es f&#252;r ganz entscheidend, dass Menschen sagen, das ist eine gute Sache, die unterst&#252;tze ich. Das finde ich eine sehr gute Regelung, sehr viel besser als lediglich staatliche Umverteilung, wie wir sie in Deutschland haben.</p>
<p><em>Was ist heutzutage Ihrer Meinung nach erfolgsversprechender: das &#220;berlebensmotto â€žGeiz ist geilâ€œ oder â€žEin Hauch von Luxusâ€œ?</em> Also das Motto â€žGeiz ist geilâ€œ finde ich f&#252;rchterlich. Denn ich glaube, jeder von uns hat schon mal die Erfahrung gemacht, dass man mit diesem Leitsatz â€“ im Sinne der Suche nach dem letzten Schn&#228;ppchen â€“, dass man da eben auch m&#228;chtig reinfallen kann. Denn nicht alles, was billig ist, muss auch gut sein. Von daher halte ich von dieser Einstellung sehr wenig und ich finde auch den entsprechenden Werbespruch der gro&#223;en Elektronikmarkt-Kette ziemlich daneben. Aber mit â€žEin Hauch von Luxusâ€œ habe ich auch so meine Schwierigkeiten. Denn ich glaube, Geld an sich bedeutet noch nicht Luxus. Ich denke, dass allein Geld verdienen und Geld haben nicht der Sinn des Lebens sein kann. Was der Sinn des Lebens meiner Meinung nach eigentlich sein muss, ist, mit dem Geld etwas Positives zu bewirken. Den eigenen Wohlstand also nicht nur f&#252;r den pers&#246;nlichen Luxus einzusetzen, sondern daf&#252;r zu sorgen, die Welt ein bisschen besser zu machen, als sie vorher war.</p>
<p><em>Ist da dann auch nicht etwas Egoismus dabei oder Selbstdarstellung?</em> Nach dem Motto: Seht her, das habe ich geschafft, das habe ich gespendet? Das mag im Einzelfall vielleicht so sein, aber ich w&#252;rde das nicht prinzipiell so sehen. Es gibt sicherlich Leute, die sagen: â€žOkay ich spende jetzt hier was, damit ich gut da stehe.â€œ Aber ich denke nicht, dass das hier die Mehrzahl der Leute macht, die privat etwas finanziert. Ich pers&#246;nlich muss sagen, die Dinge, die ich beispielsweise im sportlichen Bereich unterst&#252;tze, da will ich gar nicht genannt sein als Sponsor. Weil mir das nichts bringt. Ich freue mich, wenn die Sache voran geht, aber ich m&#246;chte nicht von irgendwelchen Leuten st&#228;ndig hofiert werden. Das ist f&#252;r mich pers&#246;nlich absto&#223;end.</p>
<p><em>Weil Sie Angst haben, dass immer mehr Leute kommen, die Ihr Geld wollen?</em> Nein, das nicht. Ich denke schon, dass ich unterscheiden kann, wann ich â€žjaâ€œ und wann ich â€žneinâ€œ sage. Ich denke, was mir einfach zuwider ist, ist wenn dann Leute, die durch meine Spenden oder Sponsorengelder beg&#252;nstigt worden sind, das Gef&#252;hl haben, sie m&#252;ssten sich st&#228;ndig bedanken. Das ist nicht notwendig, das m&#246;chte ich nicht. Ich muss dazu sagen, ich komme aus einem kleinen Ort. Dort gibt es eine ganz alte Kirche und es gibt viele Leute, die dort spenden, damit die Kirche erhalten bleibt. Teilweise sind die gar nicht in der Kirche und keiner von denen taucht da offiziell als Sponsor auf. Und das, finde ich, ist eine spannende Sache. Oder auch diese Story &#252;ber das Spendenaufkommen von Bill Gates. Davon habe ich nichts gewusst â€“ bis ich den Artikel gelesen habe.</p>
<p><em>Kommen wir von der pers&#246;nlichen Moral zur Moral im Gesch&#228;ftsleben. Ist sie eine Voraussetzung f&#252;r ein gutes Gesch&#228;ft oder ist sie eher ein Hemmschuh?</em> Moral ist meines Erachtens sehr wichtig im Gesch&#228;ft. Denn das selbstbezogene gierige kurzfristige Geldverdienen hat aus meiner Sicht einen relativ kurzen Atem. Ich wei&#223; aus der t&#228;glichen Arbeit, dass sehr viele Gesch&#228;fte pers&#246;nlich sind â€“ sich also letztendlich auf zwischenmenschlicher Ebene abspielen. Und dass der Gesch&#228;ftspartner, mit dem man zu tun hat, relativ schnell merkt, ob es einem nur um das schnelle Geldverdienen geht oder ob man bestimmte moralische Werte hat â€“ und das Ziel, langfristig im Gesch&#228;ft zu bleiben. Von daher glaube ich schon, dass Moral und Ethik gerade in der Gesch&#228;ftswelt sehr wichtig sind. Und das hei&#223;t in letzter Konsequenz auch, hin und wieder den Mut zu haben, â€žneinâ€œ zu sagen und Dinge abzulehnen, obwohl diese vielleicht vom rein monet&#228;ren Blickwinkel her verlockend klingen.</p>
<p><em>Stimmt das Bild vom Raubtierkapitalismus also gar nicht?</em> Schlie&#223;lich sagen Sie, dass nur diejenigen erfolgreich sind, die auch im Gesch&#228;ftsleben moralisch handeln? Es gibt sicherlich auch solche, die sich wie Raubtiere benehmen oder, um mit Herrn M&#252;ntefering zu sprechen, â€ždie wie die Heuschrecken auftauchenâ€œ. Mit solchen Leuten habe ich auf gesch&#228;ftlicher Ebene auch zu tun. Ich w&#252;rde aber sagen, der &#252;berwiegende Teil der Gesch&#228;ftsleute hat durchaus moralische Ansichten, die in weiten Teilen dâ€˜accord gehen mit dem, was ich f&#252;r richig oder falsch halte.</p>
<p><em>Leben wir denn heute noch im Kapitalismus oder ist das alles am Aufweichen und wir werden alle lieb und nett?</em> Es kommt sicherlich darauf an, in welchem Mikrokosmos wir uns bewegen. Ich bin vor einigen Wochen im kommunistischen China gewesen und da hatte ich den Eindruck, dass es dort wesentlich kapitalistischer zugeht, als hier in Deutschland. Ich denke schon, dass Deutschland ein bisschen mehr Kapitalismus sehr gut tun w&#252;rde.</p>
<p><em>Also doch die L&#246;wen ungeb&#228;ndigt auf die Stra&#223;e lassen?</em> Ich glaube, die L&#246;wen werden in wirtschaftlicher Hinsicht nirgends auf der Welt einfach auf die Stra&#223;e gelassen. Ich denke, worum es gehen m&#252;sste in Deutschland, ist, dass man sich darauf besinnt, mehr Eigenverantwortung zu &#252;bernehmen. Und wenn das nicht gelingt und wenn es nicht gelingt zu kommunizieren, dass die Welt um Deutschland herum sich ge&#228;ndert hat, dann wird es sehr schwierig. Die Welt wird sich n&#228;mlich trotzdem &#228;ndern â€“ und wir fallen dann zur&#252;ck. Das w&#228;re f&#252;r das Land und auch f&#252;r mich pers&#246;nlich sehr schade. Denn ich lebe gern hier.</p>
<p><em>Herr Otter, vielen Dank f&#252;r das Gespr&#228;ch.</em></p>
<p><font color="#ffffff">. </font></p>
<p>Interview: <em>Kay A. Sch&#246;newerk, Annegret Freitag (<a target="_blank" href="http://www.4iMEDIA.com">Agentur</a> 4iMEDIA; <a target="_blank" href="http://jamandchips.de">Redaktion</a> J&amp;C);<br />
</em>Fotos: <em>Jeibmann Photographik / Vivendi 2007</em></p>
<p>a</p>
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